Aachen - Sperrung bei der Bahn: Oft hilft nur ein kurzer Sprint

Sperrung bei der Bahn: Oft hilft nur ein kurzer Sprint

Von: Nina Krüsmann
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Gucken, schauen, umsteigen: Am Aachener Hauptbahnhof kamen die Reisenden vergleichsweise gut mit der Situation zurecht. Viele bemängelten die zu kleinen Hinweisschilder. Foto: Nina Krüsmann
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Marvin Höninger informierte unterdessen die Reisenden, wie sie den Schienenersatzverkehr an der Hackländerstraße erreichen konnten. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. Es ist Samstagmorgen, 8 Uhr, und der erste richtige Tag der Sommerferien in NRW. In unserer Stadt freuen sich viele Familien auf den beginnenden Urlaub. Wäre da nicht eine Hürde. Es gilt noch mit der Bahn zu fahren. Für die einen geht es mit dem Zug zum ersehnten Urlaubsziel, für die anderen bis zum nächsten Flughafen. Wir haben uns umgesehen.

Am Hauptbahnhof herrscht Trubel. Wer mit dem Zug in Richtung Köln in den Urlaub startet, muss starke Nerven mitbringen: Auf dem Weg in die andere Domstadt gibt es an diesem Morgen trotz Info-Kampagne im Vorfeld für manchen eine Überraschung: Die Strecke zwischen Aachen und Düren ist für sechs Wochen wegen Bauarbeiten gesperrt. Ab Hauptbahnhof wurde in der Nacht zum Samstag ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Bis Montag, 10. August, 4.30 Uhr, werden rund 55.000 Meter neue Schienen auf der Strecke zwischen Stolberg und Düren sowie in Aachen Rothe Erde erneuert. Außerdem werden in dieser Zeit in Langerwehe zwei Weichen aus- und wieder eingebaut. 46 000 Schwellen und rund 100 000 Tonnen Schotter werden ausgetauscht.

Zwar hat die Deutsche Bahn schon seit Tagen mit Plakaten und Durchsagen in ihren Zügen auf die Sperrung hingewiesen. Manch ein Reisender zeigt sich dennoch überrascht, dass er nun in den Schnellbus umsteigen muss. „Da wurde im Vorfeld zu wenig informiert“, beklagt Sibylle Beisicht. Auch sei die Haltestelle für den Schienenersatzverkehr an der Hackländerstraße gerade für Reisende mit viel Gepäck oder ältere Menschen mit Rollator zu weit entfernt. Zeitlich wird es schon mal eng, viele rennen förmlich in Richtung SEV-Bus. Hier wartet Marvin Höninger von der DB-Verkehrsaufsicht auf die Fahrgäste. Mit einer Engelsgeduld informiert er über die benötigte Fahrzeit bis Düren. Rund eine halbe Stunde extra Fahrtzeit muss man pro Strecke nun einplanen.

„Die Schnellbuslinie zwischen Aachen Hauptbahnhof und Düren dient als Direktverbindung ohne Zwischenhalt“, sagt Uwe Müller, Leiter der Abteilung Verkehrsmanagement der Stadt Aachen. Ein Beispiel: Wer morgens um 10.12 Uhr in Köln mit dem Rhein-Sieg-Express ankommen möchte, muss 32 Minuten länger einplanen und sich um 8.50 Uhr (statt 9.18 Uhr) an der Hackländerstraße an der provisorischen Haltestelle einfinden.

„Bislang läuft es reibungslos, die Busse fahren pünktlich ab. Knubbeln wird es sich voraussichtlich um die Mittagszeit und in der Woche“, sagt Höninger am ersten Vormittag. Natürlich zeigen einige Fahrgäste Unverständnis, dass die Baumaßnahme ausgerechnet in der Ferienzeit stattfindet. Besonders den Bahnmitarbeiter, der in der Eingangshalle des Hauptbahnhofs für Fragen bereit steht, erreicht häufig der Unmut.

„Manche wissen noch nichts von der Sperrung, laufen hoch zum Gleis und trauen sich erst später nachzufragen“, erklärt Ali Mehmed. Dann ist der Zug allerdings nicht nur sprichwörtlich abgefahren. Glück hat an diesem Morgen ein Reisender auf dem Weg zu einer Hochzeit in Köln: Thomas Schneider war durch einen Zufall früher am Bahnhof, so dass er noch „auf den letzten Drücker“ den Bus erreicht hat.

Hinweisschilder zu klein?

Vom Schienenersatzverkehr hatte er zuvor nichts gewusst. „Die kleinen Hinweisschilder im Bahnhofseingang sieht man auch nicht auf den ersten Blick. Aber nun schaffe ich es noch pünktlich zu meinen Freunden in die Kirche“, freute er sich. Und auch für die Reisenden, die in den nächsten Tagen in die Ferien starten bleibt zu hoffen, dass Engpässe und Wartezeiten sich in Grenzen halten.

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