Aachen - Sperrmülltermin buchen kostet jetzt schon

Sperrmülltermin buchen kostet jetzt schon

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Da die Kapazitäten erschöpft sind, gibt es Sperrmüll-Termine erst 2017. Foto: Steindl

Aachen. Die Zeit der theoretischen Diskussion ist vorbei, jetzt geht es in Sachen Änderungen bei der Müllabfuhr ans Eingemachte. Was sogar noch vor dem Fest der Freude zu massivem Ärger führt.

Konkret geht es in diesem Fall um den Sperrmüll. Dessen Abholung kostet bisher nichts, ab 1. Januar aber 15 Euro. Erwartungsgemäß hat das dazu geführt, dass es eine Flut von Terminanmeldungen gibt, weil die Leute den Müll noch kostenfrei entsorgt haben wollen.

Nur: Die Zahl der Anfragen ist so hoch, dass die Listen für 2016 mittlerweile geschlossen sind. Termine gibt es erst wieder im neuen Jahr. Was bedeutet: Selbst wenn man heute anmeldet, muss man zahlen. Denn die Leistung, so heißt es bei der Stadt, werde ja erst 2017 erbracht. Und da gelte schon die neue Satzung.

„Das wirkt beim Bürger wie Abzocke“, sagt SPD-Ratsfraktionschef Michael Servos. Er ist auch Vorsitzender des Betriebsausschusses für den Stadtbetrieb und hat somit in vorderster Front die „Müllrevolution“ begleitet und beschlossen. So aber, sagt Servos, sei das nicht gedacht gewesen. „Was jetzt passiert, sollte nicht passieren. Das vermittelt einen richtig schlechten Eindruck und ist nicht bürgerfreundlich“, ärgert er sich und pocht darauf, dass hier eine Übergangslösung gefunden werden müsse: „Da muss man auch mal eine Fünf gerade sein lassen.“

Das wird aber nicht passieren, heißt es bei der Stadt. „Die neue Satzung gilt ab Januar. Und dann ist die Abholung des Sperrmülls gebührenpflichtig“, unterstreicht Stadtsprecher Bernd Büttgens. Man könne „keine Zweiklassengesellschaft aufmachen“. Schließlich hätten auch Bürger ganz gezielt schon jetzt für einen späteren Zeitpunkt angemeldet.

Man könne diejenigen ja nicht zahlen lassen und andere nicht. Zumal: „Der Stadtbetrieb hat die Kapazitäten beim Sperrmüll aktuell deutlich erhöht. Mehr geht nicht.“ Aber es habe auf der anderen Seite mehr Anmeldungen als je zuvor gegeben. Nun seien auch die Zusatzkapazitäten erschöpft. Überdies sei die neue Satzung von der Politik beschlossen worden. Michael Servos hingegen sagt, dass die Politik nicht an alle Eventualitäten habe denken müssen, der Stadtbetrieb aber eine solche Situation durchaus hätte vorhersehen können.

Vorhergesehen hat der Stadtbetrieb auf jeden Fall, dass demnächst vermutlich in Sachen Sperrmüll ein Ansturm auf die Recyclinghöfe stattfinden wird. Bisher kann man den nur an der Kellershaustraße kostenlos abgeben, doch eine weitere Annahmestelle wird es ab Januar am Recyclinghof Debyestraße/Camp Pirotte geben. Bis zu fünf Teile darf man anliefern – wobei satzungsmäßig nicht festgelegt ist, ob damit fünf Schränke oder fünf Schubladen gemeint sind. Weil es sich dort ohnehin zeitweise „knubbelt“, wollte der Stadtbetrieb beim Bauschutt die Liefermengen einschränken, was die Politik aber ablehnte.

Am Anfang der Diskussion um das neue System hatte es übrigens stets geheißen, dass die Anmeldung des Sperrmülls an sich mit einer „Verwaltungsgebühr“ belegt werden sollte, damit man die Müllabfuhr nicht wegen ein, zwei Kleinteilen kommen lässt und so Fahrten und Kosten gespart werden können. Das aber ist im Laufe der Monate wohl in Vergessenheit geraten. Jetzt gibt es statt der „Verwaltungs-“ jene „Leistungsgebühr“. In der Politik hat‘s wohl auch niemand gemerkt. Und so muss eben auch zahlen, wer noch 2016 anmeldet.

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