Aachen - Sperrmüllabfuhr: Terminvergabe in den Bezirken

Sperrmüllabfuhr: Terminvergabe in den Bezirken

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
sperrmüllbild
Abholung nach Anruf: Auch in Bezirken gilt künftig das Innenstadtmodell. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vier Stadtbezirke waren strikt dagegen. Und doch müssen sie sich dem Votum des Stadtrats unterwerfen: Die Sperrmüllabfuhr in den Außenbezirken wird vom bisherigen festen Termin einmal im Monat auf eine Terminvergabe umgestellt.

Damit wird das bisher zweigliedrige System aufgehoben - in der Innenstadt gibt es die Terminvergabe schon lange. Allerdings gibt es in soweit einen Kompromiss, als dass in den Außenbezirken nicht zum Wochenbeginn der Sperrmüll abgeholt werden soll, damit der Krempel nicht schon Tage vorher an der Straße steht.

„Bezirkswillen ignoriert”

Damit endet eine ebenso lange wie schwierige Diskussion, die am Mittwoch im Rat nochmals einen Höhepunkt erfuhr. Peter Blum von der FDP fand das jetzige Vorgehen nämlich unsäglich. Der Rat setzte sich damit über den Willen von zwei Dritteln der Bezirke hinweg - und ebenso über deren Argumente. Blum befürchtet zum Beispiel einen Anstieg in Sachen wilder Müll. Auch sei den Bezirken versprochen worden, dass alles beim Alten bleibt, als die Stadt die Müllabfuhr in den Bezirken vor wenigen Jahren von Privatunternehmen übernahm. Auch in den Reihen anderer Fraktionen nahm man - insbesondere bei den Politikern aus besagten Bezirken - deutlichen Unmut wahr. Trotzdem stimmte am Ende nur die FDP gegen die Änderung und Anpassung des Systems.

Der Stadtbetrieb hatte seinen Wunsch auf Anpassung unter anderem mit finanziellen Argumenten begründet. Bliebe alles so, wie es ist, müssten mehr Leute und Fahrzeuge eingesetzt werden, da sonst eine Ungerechtigkeit gegenüber der Innenstadt entstehe. Dort müssen die Bürger nämlich aufgrund der begrenzten Kapazitäten länger auf einen Termin warten, weil in den Bezirken alle Straßen abgefahren werden müssen und somit Ressourcen gebunden sind. Die Mehrkosten hat der Stadtbetrieb auf 300.000 Euro beziffert. Außerdem wird der „Raub” von Wertstoffen beklagt. Angesichts der festen Termine fahren Händler durch die Gegend und greifen vor allem Metalle ab. Das ist zwar nicht erlaubt, aber eine Handhabe dagegen gab es bislang nicht.

Auch anderen wichtige Entscheidungen sorgten im Rat noch einmal für Diskussionen. Ein „Dauerbrenner” darunter ist der Bebauungsplan für das freie Grundstück an der Ecke Debyestraße/Trierer Straße. Dorthin will seit Jahren OBI ziehen und dafür seinen Standort an der Eilendorfer Straße in Freund aufgeben. So kommt es nun auch, denn der Plan wurde beschlossen. Es gab allerdings auch 18 Gegenstimmen, darunter jene der Grünen. Sie sind - in wechselnden Mehrheitskoalitionen - seit jeher gegen die Planung.

Die Friedhofssatzung mit deutliche liberaleren Zügen (wir berichteten) ist ebenfalls verabschiedet. Flächen, die nicht mehr als Reserve für die Friedhöfe gebraucht werden, wurden gestrichen. Das hält die Gebühren im Friedhofsbereich stabil. Man kann zudem jetzt wählen, auf welchen Friedhof man möchte. Und die Möglichkeit für „Gemeinschaftsfelder” gibt es ebenso wie für Baumbestattungen. Bei dem Thema sorgte UWG-Mann Horst Schnitzler für Wirbel, der die Edelmetallreste im Krematorium zu Geld gemacht sehen will. Das übrigens praktizieren etliche andere Städte ebenfalls - mit Einnahmen im teils sechsstelligen Bereich. Aachen will darauf aber verzichten. Kämmerin Annekathrin Grehling meinte dazu trocken: „Kämmerern sagt man nach, geldgierig zu sein. In diesem Punkt bin ich es nicht.”
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