Sperrmüll: Die Stadtbezirke bekommen eine Abfuhr

Von: tka
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Abholung nach Anruf: Auch in Bezirken gilt künftig das Innenstadtmodell. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eine Abfuhr holten sich die hartnäckigen Stadtbezirke wie Brand in Sachen Sperrmüll. Denn demnächst gilt in Aachen: gleiches Recht für alle. Beziehungsweise: Abholung auf Anruf.

Denn während 160.000 Aachener in der Stadtmitte (Bezirk Mitte) telefonisch beim Stadtbetrieb einen Abholtermin erfragen, gibt es für die sechs äußeren Stadtbezirke noch einen festen monatlichen Abholtermin.

300.000 Euro Investition

Weil die Fahrten an den Stadtrand - seit dem 1. Januar 2009 rekommunalisiert - aber den Aachener Stadtbetrieb logistisch und personell an seine Grenzen führen, stimmte der Betriebsausschuss für den Aachener Stadtbetrieb nun für die einheitliche, telefonische Lösung. Zudem wären weitere Investitionen unumgänglich: ein Fahrzeug und drei Mitarbeiter für weit mehr als 300.000 Euro. Nur der in den Bezirken etablierte Wochentag - etwa der Abholdienstag in Aachen - werde aufgegriffen. Ansonsten heißt es: Wer Sperrmüll hat, ruft an und bekommt einen Termin. Nur Peter Blum (FDP) aus Brand stimmte letztlich gegen das Verfahren.

„Wir erwarten von dem neuen System einen optimierten Auftrags- und Tourenplan”, erklärte Dieter Lennartz vom Stadtbetrieb im Ausschuss. In Aachen-Mitte teilen sich die drei Abholfahrzeuge in der Regel pro Sperrmülltermin 270 Anfallstellen, in den Außenbezirken muss jedes Fahrzeug pro Abholung fast 300 Stellen anfahren. Das müsse anders geregelt werden. Und es wird anders geregelt, nur der Stadtrat muss noch sein „Okay” geben.

Auch Expresstermine mit Abholung binnen fünf Tagen werden dann in den Außenbezirken verteilt - die muss der Bürger allerdings bezahlen. „Es wird eine bedarfsgerechte Terminvergabe mit Beratung geben”, versprach Lennartz. Denn Beratung und Kontrolle blieben bei den festen Terminen in den Außenbezirken meist auf der Strecke. Stattdessen müssten die städtischen Fahrzeuge jede einzelne Straße auf der Suche nach Sperrmüll abfahren.

Dabei haben sie übrigens oft Gesellschaft. „Wir stellen vermehrt gewerblichen Sperrmüllraub fest. In großem Stil werden die Sperrmüllstellen durchsucht und die Reste liegen gelassen”, berichtet Lennartz. Bei den jährlich mittlerweile 40.000 telefonisch erteilten Sperrmüllterminen in der Innenstadt sei das anders - weil sich die gewerblichen Sperrmüllräuber nicht auf die Termine einstellen können.

„Frage der Gleichberechtigung”

„Ich halte die Situation für unerträglich. 160.000 Bewohner der Innenstadt haben kein Problem mit dem Verfahren, da gibt es keine Klagen. Das ist auch eine Frage der Gleichberechtigung”, argumentierte Ausschussvorsitzender Claus Haase für ein einheitliches System. „Wir sollten jeden Bürger gleich behandeln”, forderte Ferdinand Corsten (FDP). Nur Peter Blum sagte: „Für mich gibt es keine schlagenden Argumente, etwas zu ändern. Ich bin mir sicher, dass der wilde Müll in den Außenbezirken zunehmen wird - und auch der kostet!”
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