Sperrgut in den Bezirken nur noch mit Termin?

Von: Stephan Mohne
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Hauruck nur mit Termin: In den Außenbezirken soll das System jenem der Innenstadt angepasst werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. So geht es nicht weiter, sagt der Stadtbetrieb. Und meint die Sperrmüllabfuhr in den Außenbezirken. Anders als in der Innenstadt, wo nach vorher vereinbarten Terminen abgeholt wird, gibt es in den Stadtteilen einmal im Monat einen festen Tag für Sperrgut.

Und: Muss man in der Stadt genau angeben, was man entsorgt haben möchte, kann man von Laurensberg bis Walheim fröhlich alles an die Straße stellen. Damit soll nun Schluss sein, wenn die Politik „mitspielt” und im November eine Umstellung des Systems beschließt.

Für Franz Narloch als Chef des Stadtbetriebs gibt es gleich mehrere gute Gründe, warum die Änderung her soll. In den Bezirken müssten die Müllfahrzeuge auf der Suche nach den Müllhaufen jede einzelne Straße abfahren, statt wie in der City gezielt auf den Abfall zuzusteuern.

Dadurch sei die gesamte Sperrmüllflotte des Stadtbetriebs - er hat die Müllabfuhr in den Bezirken Anfang 2009 von privaten Entsorgern übernommen - an sechs Tagen im Monaten ausgebucht.

Das habe zu teils erheblichen Verzögerungen bei der Terminvergabe in der Innenstadt geführt.

Narloch sieht zwei Alternativen, um diesen Zustand abzustellen. Erstens: Das System beibehalten und einen neuen Müllwagen kaufen sowie drei weitere Mitarbeiter einstellen. Das aber würde mehr als 200.000 Euro pro Jahr mehr kosten. Oder eben zweitens die Terminvergabe.

Dadurch könne man die Ressourcen besser verplanen, Investitionen seien nicht nötig. Die optimierte Tourenplanung spare auch Geld.

Franz Narloch nennt noch weitere Vorzüge des Terminsystems, das es übrigens schon einmal kurz in den Bezirken gab: „Zum Beispiel könnte man den Sperrmülldieben das Wasser abgraben.” Ganze Kolonnen von Kleinlastern fahren an den festen Tagen durch die Bezirke und greifen illegalerweise zu. Zudem stünden manchmal ganze Wohnungsauflösungen am Straßenrand.

Das sei nicht zu bewältigen und schade überdies wirtschaftlich den Entrümpelungsunternehmen. Auch im Zuge des Bürgergutachtens sei heiß über die Ungleichbehandlung von Bezirken und Innenstadt diskutiert worden. Ob das Ansinnen des Stadtbetriebs durchkommt, erwartet Narloch mit Spannung.

Widerstand aus den Bezirken sei durchaus möglich, denn, so räumt der Stadtbetriebschef ein, das bisherige System sei ja durchaus bequem. Aus Eilendorf, Brand und Haaren gebe es aber schon erste Signale, mitziehen zu wollen.
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