Spendengala in der Nadelfabrik für syrische Flüchtlinge

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Gala mit Gesang: Mitglieder des Opernchores und des Orchesters des Aachener Stadttheaters bereicherten das musikalische Programm – und sangen unter tosendem Beifall türkische Lieder. Foto: Robert Esser
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Türkischstämmige Vereinsgründer: Die Verantwortlichen des Vereins „Hand in Hand für Aachen“, aus dem unter anderem ein deutsch-türkischer Chor entstanden ist. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Gemeinsam kann man vieles auf den Weg bringen: 120 Frauen aus zehn Kulturen reisen nach Luxemburg und Trier, mehrere tausend Euro kommen für syrische Flüchtlinge zusammen, ein deutsch-türkischer Chor entsteht. Auf den Weg gebracht hat das der Verein „Hand in Hand für Aachen“.

Er hat am Samstagabend in der Nadelfabrik eine Spendengala für syrische Flüchtlinge auf die Beine gestellt hat.

„Die Integration ist weit gediehen, wenn Türkischstämmige so etwas Urdeutsches machen wie Vereine gründen“, sagte Armin Laschet, CDU-Vorsitzender in Nordrhein-Westfalen und ehemaliger Integrationsminister des Landes. Allerdings finden sich in „Hand in Hand für Aachen“ eben nicht nur türkischstämmige Aachener, sondern ganz unterschiedliche Nationen zusammen. „Unser Ziel ist es, Integration zu leben, nicht nur darüber zu diskutieren“, erklärte die zweite Vorsitzende Birgit Möckel. Es gehe um Ermöglichung von Bildung in jedem Alter, um Integration als gleichberechtigte Teilhabe und um Förderung der Vielfalt.

Immer wieder betätigt sich der Verein aber auch als Spendensammler für Bedürftige – in diesem Fall für syrische Flüchtlinge. Millionen von ihnen sind auf der Flucht, allein die Türkei beherbergt im Moment etwa 750.000. „Es ist eine schwierige Gemengelage: ein korruptes Regime auf der einen Seite, skrupellose Söldner auf der anderen“, beschrieb Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, den Konflikt in Syrien. „Aber das Volk braucht unsere Solidarität.“

„Wir bemühen uns, Hilfe zu leisten“, sagte der Vorsitzende des Türkischen Roten Halbmondes, Ahmet Lütfi Akar, der mit einer Delegation mehrere Tage in Aachen war, um die Zusammenarbeit zu vertiefen.

Keine Parteiveranstaltung

Akar kann in nächster Zeit noch besser helfen – mit Geld aus Aachen. „Mehrere tausend Euro sind bereits zusammen gekommen“, verkündete Oberbürgermeister Marcel Philipp, Schirmherr des Vereins. Und bei der Spendengala, die von Ümit Agirman und AZ-Redakteur Robert Esser moderiert wurde, machten die Gäste ebenfalls ihr Portemonnaie auf.

Am Abend zeichnete Akar Ahmethicri Agirman, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Vereins, für seine Verdienste aus. Dass die Spendengala keine Parteiveranstaltung der CDU sei, darauf wies der OB hin – auch wenn an diesem Abend die Parteifreunde unter sich waren. Die eingeladenen SPD-Vertreter waren verhindert. Aydan Özouz, Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration der Bundesregierung und SPD-Mitglied, schickte ein Grußwort.

Grenzen der Kulturen, der Religionen, der Parteien aufheben – das lebt der Verein „Hand in Hand für Aachen“. Und so ist es nicht verwunderlich, dass der erste deutsch-türkische Chor der Stadt bei der Spendengala für das musikalische Programm sorgte: „Aachen Türk Sanat Muzii Korosu“, verstärkt durch die 22 Mitglieder des Opernchores des Theaters Aachen, intonierten zunächst die deutsche und die türkische Nationalhymne, um später tosenden Applaus für fünf türkische Lieder unter der Leitung von Necdet Demirhan einzuheimsen.

„Noch niemand von uns hat vorher auf Türkisch gesungen. Die Art des Singens ist etwas ungewohnt, aber die Melodien sind sehr eingängig“, berichtete Chordirektor Andreas Klippert von den Proben des Opernchores. Und Verwaltungsdirektor Udo Rüber entschied: „Es ist erst der Beginn, nicht das Ende eines tollen Projekts.“

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