Aachen - Spendenaktion: Kampf um Erhalt des Zollmuseums geht weiter

Spendenaktion: Kampf um Erhalt des Zollmuseums geht weiter

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Der optimale Standort: So bezeichnet Kurt Cremer das in ein Museum umfunktionierte alte Zollhaus. Bei der Stadt laufen unterdessen Überlegungen, eine neue Heimat für die zollgeschichtliche Sammlung zu finden.
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Ungewisse Zukunft: Dem Zollmuseum fehlen weiterhin 30.000 Euro, um den Anspruch der Erben zu begleichen und so die komplette Sammlung zu sichern.

Aachen. Es geht um gut 30.000 Euro, die immer noch fehlen. Um den Erhalt beziehungsweise einen möglichen Umzug des Zollmuseums Friedrichs. Oder endet die Zitterpartie letztlich doch in der Schließung der in dieser Form einzigartigen zollgeschichtlichen Sammlung? Die Zeit drängt.

Daher unternehmen die ehrenamtlichen Betreiber – allen voran der pensionierte Zollbeamte Kurt Cremer und der Heimatverein Heydener Ländchen – im alten Grenzhaus an der Horbacher Straße nun einen letzten Kraftakt, um das kleine, aber feine Aachener Museum zu erhalten. Sie haben zwei Spendenkonten eingerichtet und hoffen so, besagte 30.000 Euro zusammenzubekommen. Es ist ein letzter verzweifelter Versuch.

„Mir brennt es auf den Nägeln“, gibt Cremer unumwunden zu. Seitdem die Erbengemeinschaft des Museumsgründers Christian Friedrichs über Anwälte 30.000 Euro für die Erbmasse – einen Teil der insgesamt 3000 Exponate – fordert, droht dem Haus das Aus. Dass die Stadt weiterhin keine Möglichkeit sehe, die Summe zuzuschießen, um so den Erhalt des Zollmuseums zu sichern, kann Cremer nicht nachvollziehen. „Schließlich würde die Stadt damit ja auch das Herzstück der Sammlung erwerben“, sagt er. Doch dies steht trotz aller Bemühungen der Museumsbetreiber offensichtlich nicht zur Debatte. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Laurensberg verkündete die geschäftsführende Leiterin des städtischen Kulturbetriebs, Irit Tirtey, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) 10.000 Euro für eine „Neukonzeption des Zollmuseums“ bereitstelle. Das bedeutet aber zugleich: Das Geld darf nicht für die Forderung der Erben verwendet werden. Doch als Kurt Cremer von dem in Aussicht gestellten 10.000-Euro-Zuschuss erfuhr, überraschte ihn noch vielmehr, dass ein Teil des Betrags zur Suche eines neuen Standorts verwendet werden soll. „Davon war bisher nicht die Rede“, wundert sich der engagierte Ehrenamtler.

Anfang Juli wandte er sich daher an die Stadt. „Es gibt keinen besseren, weil authentischeren Ort, an dem der Besucher unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze hautnah erfahren kann, wie es bei Reisen in die Niederlande vor dem Wegfall der Zollbinnengrenzen zum 1. Januar 1993 durch die damals noch notwendige Zollabfertigung immer wieder zu kurzen oder längeren Wartezeiten kam und wie man nach dem Wegfall der Zollkontrollen im Dreiländereck heute ‚grenzenlos‘ reisen kann“, schreibt Cremer. Ein Umzug an einen anderen Standort als letzte Überlebenschance für das Zollmuseum – für Cremer eigentlich nicht vorstellbar und auch nicht zu erklären. Auf eine Antwort des zuständigen Kulturbetriebs wartet er bisher noch.

Schon Anfang des Jahres dachte die Politik im Kulturausschuss laut darüber nach, die Sammlung im alten Grashaus, das zur Zeit zu einer modernen Station der Route Charlemagne umgebaut wird, unterzubringen. Doch für Cremer kommt eigentlich nur die bisherige Heimat in Vetschau in Frage. Das Gebäude habe mit 800 Quadratmetern auf vier Ebenen eine optimale Größe, sagt er. Auch die Kritik an der Randlage, die mögliche Besucher abhalte, könne er nicht nachvollziehen. „Hier verläuft die Grenze. Hier können Besucher genau das nachvollziehen.“ Zudem seien genügend Parkplätze vorhanden, und die Anbindung mit dem Bus an die City sei gut.

Einen Aufschub der Erbenforderung hat Cremer erreicht. Bis Ende September hoffen die Kämpfer fürs Zollmuseum nun, den Betrag für die Erbengemeinschaft zusammenzubekommen. Sollte dies nicht gelingen, drohe „das Herzstück der Sammlung“ verloren zu gehen, befürchtet er.

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