Aachen - Spektakuläre Licht-Aktion: Plötzlich stürzt die Rathausfassade ein

Spektakuläre Licht-Aktion: Plötzlich stürzt die Rathausfassade ein

Von: Johannes Leitner
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Spektakuläre Illumination: Eben noch werden messerscharfe Konturen auf die Marktfassade projiziert, dann klettern Roboter daran empor – und im nächsten Moment bricht das Haus optisch in sich zusammen. Foto: Andreas Herrmann
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Technik auf engstem Raum: Christoph Hillen von JOY (hinten rechts) erklärte OB Marcel Philipp und Stadtsprecher Bernd Büttgens offensichtlich tiefenentspannt die Abläufe der Projektionen von Haus Löwenstein aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Roboter klettern die Fassade des Rathauses hoch. Die Fenster erstrahlen in verschiedenen Farben. Laubbäume bedecken die Front. Reagenzgläser, Rohre und Kolben machen sich breit. Plötzlich fällt das Gemäuer in sich zusammen. Und dann erscheint ein großes Logo - Future Lab 2016 Aachen – Kunst des Fortschritts. Das sitzt.

Wem das reichhaltige musikalische Programm des Aachener September Specials dieser Tage noch nicht reicht, der sollte sich am späten Abend auf den Markt begeben. Denn dort wird abendlich jeweils um 22 und 22.30 Uhr die Fassade des Rathauses in völlig neuem Licht erscheinen. Eine rund zehnminütige Lichtshow, unterlegt mit gewaltiger Musik des Aachener Musikproduzenten Frank Stumvoll, wird den Zuschauern ein unvergessliches Spektakel bieten.

Technik und Marketing

Möglich gemacht wurde dieses einzigartige Projekt namens „Aachen leuchtet“ durch eine Kooperation der Brander Technikfirma „JOY event&media“, des Designbüros „wesentlich“ und des RWTH-Lehrstuhls für Computergrafik, Multimedia und Computer Vision. Den Auftrag erteilte der Märkte und Aktionskreis City (MAC), als Hauptsponsor ist die Stawag beteiligt. Eine Öcher Zusammenarbeit im allerbesten Sinne also.

„Es ist ein Projekt, auf das sich viele auch in der Stadtverwaltung besonders freuen“, meint OB Marcel Philipp bei einem Probedurchlauf, „es funkt, es springt etwas über. Ich bin selbst sehr gespannt.“ Und das darf er auch sein, denn schließlich war es keine einfache Angelegenheit, die Technik zu installieren, die sein Arbeitszimmer ins rechte Licht rücken soll. Seit Beginn dieser Woche wurden die vergangenen Nächte genutzt, um die 3D-Video-Show präzise auf die Rathausfassade zu werfen. Zehn Hochleistungsprojektoren wurden dafür im Haus Löwenstein aufgebaut.

Die Firma „JOY“ macht sich für diese Lichtshow die sogenannte „Pixelmapping-Technik“ zunutze. „Im Prinzip kann man mit dieser Methode auf eine beliebige Oberfläche Videoinhalte projizieren. Die Projektoren müssen dafür ein einheitliches Bild auf der Fassade zeigen“, erklärt Christoph Hillen, Geschäftsführer der Technikfirma. Notwendig für dieses Verfahren ist ein 3D-Modell des Objektes, denn insbesondere beim Rathaus sei die Oberfläche mit ihren Erkern, Säulen und Statuen eigentlich suboptimal.

„Fachfremdes Publikum“

Prof. Dr. Leif Kobbelt, Inhaber des genannten RWTH-Lehrstuhls, freut sich, „dem fachfremden Publikum die Resultate der Arbeit“ zu zeigen. „Es steckt viel Know-how dahinter, und wir hoffen, das Interesse der Leute auch für die Technik hinter der Beleuchtung zu wecken“, betont er. Die Mitarbeiter des Lehrstuhls lieferten das 3D-Modell des Rathauses. Neben dem dreidimensionalen Fassaden-Scan konstruierten sie auch den Krönungssaal und den Ratssitzungssaal nach und digitalisierten die Modelle. Mit dem Lichtwerkzeugkasten von „JOY“ soll die Frontmauer des Rathauses geöffnet werden, der Blick in die Säle wird frei.

Für die themenspezifischen Bilder und Elemente der Show sorgt das Designbüro „wesentlich“. Geschäftsführerin Saskia Petermann erläutert, dass für sie die besondere Motivation darin lag „dass durch das Future Lab Menschen und Unternehmen aus verschiedenen Disziplinen miteinander vernetzt werden“.

Manfred Piana, Geschäftsführer des MAC, freut sich ebenfalls sehr auf die Lichtshow: „Wir sind stets auf der Suche nach neuen Konzepten für das September Special, und diese Beleuchtung des Rathauses ist mit Sicherheit eine Bereicherung des Programms.“ Und nicht zuletzt die Stawag wollte sich dieses Event nicht entgehen lassen und ist deshalb als Hauptsponsor mit im Boot. „Was könnte besser zu uns passen als Licht? Wir beteiligen uns natürlich gerne an dieser Verbindung von Innovation und Tradition“, sagt Pressesprecherin Eva Wußing. Die Vorfreude bei allen Beteiligten ist riesig – und auch die Öcher dürfen auf das Lichtspektakel sehr gespannt sein.

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