Aachen - „speGTRa“-Gitarrenfestival: Wo sich Anatolien und Katalonien begegnen

„speGTRa“-Gitarrenfestival: Wo sich Anatolien und Katalonien begegnen

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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In der diesjährigen Ausgabe des Gitarrenfestivals „speGTRa“ bringt der künstlerische Leiter Vicente Bögeholz die Klänge Anatoliens und Kataloniens zusammen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Denkt man an Gitarre, fällt einem wohl schnell Spanien als Heimatland vieler Komponisten für dieses Instrument ein. Doch auch Anatolien ist ein Land der Zupfinstrumente, die eng mit der modernen Gitarre verwandt sind: Sáz und Balama gehören dort fest in die musikalische Tradition.

In der diesjährigen Ausgabe des Gitarrenfestivals „speGTRa“ bringt der künstlerische Leiter Vicente Bögeholz die Klänge Anatoliens und Kataloniens zusammen.

Begegnungen waren bei der Programmgestaltung das oberste Ziel – natürlich der Musik des östlichen mit dem westlichen Teil des Mittelmeerraumes. „Aber auch von Kindern und Erwachsenen, von Laien und Profis sowie von Gitarren und ihnen ähnlichen Instrumenten“, erläuterte Bögeholz.

Mit dem „Aachen Sáz-Forum“ vom 20. bis 22. Mai hat er ein kleines Festival im Festival installiert und die Stars der Szene dafür verpflichten können. Dazu gehört neben dem in Berlin lebenden Sáz-Virtuosen Taner Akyol vor allem Erdal Erzincan. „Er ist die Ikone der türkischen Balama-Musik“, sagte Bögeholz. Ihn zu treffen fiebere auch Akyol entgegen. Ebenso wie wohl auch Musiker des Aachener Sinfonieorchesters und der freien Szene, die das Kultur-Crossover perfekt machen. Regina Sommer bringt als Erzählerin zudem eine weitere Spielart der Kultur in „speGTRa“ ein.

Die fünf Konzerte des „Aachen Sáz-Forums“ stehen auch für ein Aufeinandertreffen von absoluten Anfängern, sehr talentierten Laien und Profis. Da ist zum Beispiel Nihat Iman, der auf der Balama zum Bundespreisträger Jugend musiziert 2015 gekürt wurde. Aber auch über 100 Kinder der Grundschulen Düppelstraße, Michaelsbergstraße und Schönforst, die mit ihren Gitarren-, Flöten- und Streicherklassen „El Sás und seine Freunde“ von Bögeholz aufführen werden. Sie integrieren ebenso die Balama-Neulinge des Workshops mit Yusuf Cramer.

„Die kulturellen Aktivitäten aller Mitbürger würdigen, auch von denen, die einen Migrationshintergrund haben“, wollte Sibylle Reuß, kulturpolitische Sprecherin der SPD im Rat, und fand in Bögeholz einen perfekten Partner. Mittlerweile ist die Institutionalisierung der Musik aus anderen Ländern in Aachen soweit gediehen und auch in „speGTRa“ eingeflossen, dass das Festival im Rahmen des Projektes „Brückenklang“ des Landesmusikrates NRW gefördert wird. So können einige Konzerte ohne Eintritt besucht werden.

Vom 28. Mai bis 5. Juni wendet sich „speGTRa“ Richtung Westen, allerdings nicht ohne mit Mor Kabasi eine Sängerin mit vielen Wurzeln und Einflüssen für einen gelungenen Übergang bestellt zu haben. Sie lebt in Israel, hat marokkanische und iranische Wurzeln, lernte früh jüdisch-sephardische Melodien von ihrer Mutter und nimmt ebenso traditionelle Musik wie spanischen Flamenco oder portugiesischen Fado in ihren Liedern auf.

Einen gewissen Stolz konnte Bögeholz nicht bei der Präsentation des Festivalpaten Feliu Gasull aus Barcelona – einem der gefragtesten Komponisten Kataloniens – verhehlen. Seine Werke werden am 29. Mai von Jaime Velasco und am 4. Juni von ihm selbst interpretiert. Außerdem spielt Gesang eine große Rolle beim diesjährigen „speGTRa“-Festival: Drei Aachener Kammerchöre sowie „Turkish Clasics“ – multikultureller Chor und Instrumentalensemble – beteiligen sich.

Mit Assumpta Mateu kommt außerdem eine klassisch ausgebildete Sängerin und Professorin für Gesang aus Katalonien nach Aachen. Sie ist auch bei der Uraufführung von „El Mestre“ von Wolfgang Bartsch am 5. Juni in der Auferstehungskirche dabei, ebenso wie weitere 99 Mitwirkende.

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