SPD will sozialen Wohnraum durch Genossenschaftsprojekte fördern

Von: kaa
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Aachen. Noch ist das Baugebiet Richtericher Dell, auf dem die Stadt Aachen 900 Wohneinheiten für mehrere tausend Menschen ab 2016 schaffen will, nicht mehr als eine grüne Wiese.

Doch für die SPD ist es auch ein Feld der Möglichkeiten, um genossenschaftliche Wohnungsbauprojekte in der Region anzuschieben. Demnach soll die Verwaltung neuer Wohnbauflächen in der Stadt Aachen gezielt für die Gründung von Wohnungsgenossenschaften oder Baugruppen in der Rechtsform GbR oder WEG werben.

„Wenn es im Bereich Richterich Dell zur Wohnungsraumentwicklung kommt, macht es auch Sinn, Menschen mit mittlerem und niedrigerem Einkommen zu berücksichtigen und ihnen durch diese Formen die Möglichkeit zu eröffnen, selbst Bauherren und Eigentümer zu werden“, so Ratsherr und Landtagsabgeordneter Karl Schultheis.

Gemeinsam mit dem wohnungspolitischen Sprecher Manfred Kuckelkorn, dem planungspolitischen Sprecher Norbert Plum und dem Oberbürgermeisterkandidaten Björn Jansen hat Schult-heis einen entsprechenden Antrag eingebracht. Das Richtericher Dell böte die idealen Voraussetzungen, denn beim Großteil der ausgeschriebenen Grundstücke ist die Stadt Eigentümer und könne somit die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.

Auf Landesebene werden solche genossenschaftlichen Bauprojekte finanziell unterstützt, durch die Übernahme der Kosten für die Projektentwicklung und Genossenschaftsgründungsdarlehen. Das gelte allerdings nur für Projekte, die auch sozial geförderte Mietwohnungen oder den Eigentumserwerb für Menschen innerhalb der Einkommensgrenzen bezwecken und besondere soziale Ansprüche, wie die Integration behinderter oder älterer Menschen oder auch generationenübergreifendes Wohnen umsetzen.

„Das gilt genauso für die Stadt“, so Schultheis, nur wüssten dies viele nicht. Auch in anderer Hinsicht bietet das Dell gute Voraussetzungen, denn der Stadtteil Richterich verfügt bereits über eine bestehende Infrastruktur. Eine dreizügige Grundschule ist ebenso vorhanden wie Kita-Plätze und eine gute Nahversorgung. „Der Erhalt der Stadtteilstruktur ist sehr wichtig, ebenso, wie den Bodenrichtwert bezahlbar zu halten. Für Baugruppen könne dieser um 20 Prozent kostengünstiger ausfallen als in einer üblichen Ausschreibung“, so Björn Jansen.

Gerade im sozialen Wohnungsbau sehen die vier Ratsherren erheblichen Nachholbedarf. „Pro Jahr verlieren wir etwa 500 Wohnungen im sozialen Wohnungsbau, hier müssen wir dringend gegensteuern“, so Manfred Kuckelkorn. Doch bevor überhaupt irgendetwas im Dell anrollen kann, müsse erst einmal die Erschließungsstraße her, betonen alle vier. „Die Straße ist ein Muss, um den Bauverkehr aus dem Ortskern herauszuhalten“, so Schultheis.

„Die Stadt muss da endlich Nägeln mit Köpfen machen“, pflichtet Björn Jansen bei. Kritik am bisherigen Vorgehen der Verwaltung bei der Planung rund um das Baugebiet ist da herauszuhören. „Die Erschließung des Richtericher Dells ist seit Ende der 90er Jahre ein Thema. Es kommt immer zwischendurch ein Hype, aber nichts Handfestes“, so Schultheis.

Norbert Plum ärgert die Diskussion um die Geruchsbelästigung im Bereich des Regenrückhaltebeckens an der Horbacher Straße: „Es ist schon unglücklich, die Geschichte erst in die Öffentlichkeit zu tragen und nach Veröffentlichung des Gutachtens doch alles beim Alten zu lassen.“

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