Aachen - SPD will Migranten alle wichtigen Türen öffnen

SPD will Migranten alle wichtigen Türen öffnen

Von: Mischa Wyboris
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenn Ex-Bundes-Banker Thilo Sarrazin am 25. Mai im „Forum M” ein Forum für seine extrem umstrittenen Thesen bekommt, könnte die Aachener SPD erneut ihren Unmut äußern.

Während die Jusos eine Demo planen, diskutieren die „großen Genossen” darüber, Sarrazin zum Partei-Austritt aufzufordern - und nutzen en passant die Gelegenheit, den Beschluss zu verkünden, „dass wir in den nächsten Jahren 20 Prozent aller Plätze in unseren Vorständen und Kommunalwahllisten mit Menschen mit Migrationshintergrund besetzen möchten”.

Das wolle man durch frühzeitige und gezielte Personalplanung erreichen, bestätigte Claudia Walther, stellvertretende Vorsitzende der Aachener Sozialdemokraten. Mit derzeit nur zwei Mitgliedern ausländischer Herkunft sei der Stadtrat zu dünn besetzt und spiegele nicht die Vielfalt Aachens wider.

Durch das Vorhaben wolle man mit gutem Beispiel vorangehen und dazu animieren, dass der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund auch in der Stadtverwaltung auf 20 Prozent erhöht wird. „Wenn man es schafft, Verwaltung und Politik für Menschen ausländischer Herkunft zu öffnen, tut man nicht zuerst den Migranten einen Gefallen, sondern der Stadt insgesamt”, sagt Walther.

Dies vor dem Hintergrund, dass die Aachener Bürger aus 156 Nationen stammen, dass bald jeder dritte Einwohner der Kaiserstadt einen Migrationshintergrund besitzt und vier von zehn Kindern in Aachens Kindergärten aus Einwanderungsfamilien kommen. Zur gelungenen Integration gehöre außerdem die frühkindliche Förderung, weshalb die SPD die schwarz-grüne Ratsmehrheit auffordert, die Kinderbetreuung für Unterdreijährige mit mindestens 150 zusätzlichen Plätzen jährlich auszubauen.

Im Interesse aller solle der Inte­grationsrat eine stärkere Rolle spielen, „indem die Stadt Aachen die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellt”, erklärt Tobias Tillmann, Koordinator des SPD-Arbeitskreises Integration und Migration. Das Eigenbudget von rund 30.000 Euro sei ebenso wie der zugestandene Handlungsspielraum zu knapp bemessen.

Der Integrationsrat sei auch dann noch eine sinnvolle Einrichtung, wenn das kommunale Ausländerwahlrecht eingeführt werde - etwa als Lobby-Gruppe, erklärt Walther.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert