SPD will Aachen auf Kurs bringen

Von: Albrecht Peltzer
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Fisch für die SPD im Jakobshof (v. l.): OB-Kandidat Björn Jansen, Vize-Parteichefin Claudia Walther, Ratsherr Norbert Plum und Ratsfrau Rosa Höller-Radtke. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Sozialdemokraten tischen Fisch im Jakobshof auf und sehen sich bestens für die kommenden Wahlen aufgestellt. OB-Kandidat Björn Jansen liest eine grundsätzliche Rede vor und will spätestens im Juni auf dem Chefsessel sitzen.

Und Emma wedelt mit dem Schwanz. Die schwarze Hündin, Labrador und Berner Sennenhund gemischt, hat offensichtlich beste Laune. Gerade hat Björn Jansen, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, seine Rede zu Ende vorgelesen und erntet braven Applaus. Auch von Herrchen, der Emma mitgebracht hat. Herrchen hört auf den bürgerlichen Namen Dieter Schinzel – lange nicht mehr in vorderster SPD-Front aktiv, aber immer noch (fast) überall dabei. Eben auch im Jakobshof, wo an diesem Abend Polit-Folklore angesagt ist: politischer Aschermittwoch.

Das hat Tradition, auch wenn es der letzte Austausch dieser Art im Club an der Stromgasse ist. Die SPD muss sich wegen der feststehenden Schließung des Lokals eine andere Heimat fürs nachkarnevalistische Fischeverspeisen suchen.

Vielleicht ist es auch wegen dieses besonderen Anlasses ziemlich verwunderlich, dass es gerade einmal rund 60 Genossen in den Jakobshof geschafft haben. Die Parteiprominenz muss auf breiter Basis wegen dringender privater oder beruflicher Termine passen. Karl Schultheis, Ulla Schmidt, Heiner Höfken, Daniela Jansen – alle verhindert. Und das Parteivolk macht sich eher rar. „Es war schon einmal mehr los“, muss dann auch Claudia Walther, stellvertretende Parteivorsitzende, einräumen.

Walther stimmt die überschaubare Schar an Genossen auf die anstehenden Kommunal-und Europawahlen ein. Bei allen Urnengängen habe die SPD Sieg-Chancen, ist sie sicher. „Wir sind bestens aufgestellt und haben überall hervorragende Kandidaten“, so Walther und gibt das Mikrofon an „den nächsten Oberbürgermeister Aachens“ weiter.

Jansen ist noch kein Freund freier Rede. Er liest vom Manuskript ab, im Lichte vieler roter Scheinwerfer, das passt. Dass die Saalregie ein paar blaue und grüne dazwischengemischt hat, solle nicht als Omen verstanden werden, meint ein Genosse am Rande. Von wegen möglicher Koalitionen und so. Jansen gibt sich siegessicher, spricht von der notwendigen Wende in Aachen, zeigt auf, wo Politik handeln muss.

Seine Stichworte sind Kinderarmut, dramatischer Leerstand im Einzelhandel, soziale Gerechtigkeit, Erhalt kultureller Vielfalt, Bekämpfung der Wohnungsnot. „Aachen kann es anders, Aachen kann es besser“, ist er überzeugt. Wie es anders und besser geht, da kommt an diesem Abend wenig Butter an den Fisch. Jansen bleibt beim Grundsätzlichen, das da heißt:

Nur unter SPD-Führung geht der Dampfer Aachen wieder auf Kurs. Und der Kapitän kann nur Björn Jansen heißen. Die vergangenen fünf Jahre seien in vielerlei Hinsicht Zeiten des Stillstands gewesen, meint der OB-Kandidat. Im Rathaus sowieso, im Stadtrat aber auch.

Dass die SPD in diesen fünf Jahren viele politische Entscheidungen gemeinsam mit der ehemaligen schwarz-grünen Koalition fasste, bleibt unerwähnt. Jansen schaut nur nach vorne, sieht sich spätestens nach der Stichwahl am 15. Juni auf dem Chefsessel im Rathaus. Dass ein Parteifreund hinten im Saal murmelt, „darauf würde ich nicht wetten“, hört Jansen nicht. Aufbruchstimmung sieht dann vielleicht doch irgendwie anders aus.

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