Aachen - SPD kassiert für Bushof-Idee Kritik von allen Seiten

SPD kassiert für Bushof-Idee Kritik von allen Seiten

Von: Robert Esser und Albrecht Peltzer
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„Außer (Linien-)Betrieb”? D
„Außer (Linien-)Betrieb”? Die Zukunft des Bushofs wird heiß diskutiert. Einig ist man in der Ablehnung der SPD-Umzugsidee. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es hagelt weiter Kritik: Eine klare Absage erteilt die Aachener FDP dem SPD-Vorschlag, den Bushof auf eine riesige Mittelinsel an der Peterstraße zwischen Elisenbrunnen und Blondelstraße zu verlegen.

„Das würde das Todesglöckchen für die Peterstraße bedeuten”, pflichtete am Donnerstag FDP-Ratsherr Peter Blum den empörten Geschäftsleuten vor Ort bei.

Die Liberalen nutzten den aus ihrer Sicht „völlig absurden Vorschlag, die Autofahrer noch weiter aus der Innenstadt herauszudrängen”, zu einer Generalabrechnung mit der Verkehrspolitik von SPD, CDU und Grünen. Nach dem Wegfall des Parkhauses Büchel und dem beabsichtigten Bau eines neuen Zwei-Sterne-Hotels an selber Stelle ohne Kurzzeitparkplätze drohe der Absturz, mahnt die FDP.

„Im unteren Preissegment könnte die Zwei-Sterne-Herberge ein Stundenhotel und damit eine Erweiterung des Rotlichtbezirks werden”, warnte Blum. FDP-Ratsherr Daniel George sieht „das große Risiko, dass der Bezirk vollends abrutscht”. Mit den Autos verliere man Wohnpublikum, Kunden und Gewerbetreibende in diesem Teil der Innenstadt.

Die ständige Ausweitung der Parkverbotszonen in der City sowie der schleichende Wegfall von Parkplätzen bei jeder größeren Straßenbaumaßnahme verschlimmerten die Situation zusätzlich, kritisieren die Liberalen. Nicht nur viele Kunden und Innenstadtbewohner, sogar der Lieferverkehr würden durch die autofeindliche Verkehrspolitik der Stadt massiv in Mitleidenschaft gezogen. „Das kann so nicht weiter gehen, da muss man jetzt unbedingt gegensteuern”, erklärt George.

Allerdings stimmen Grüne und CDU nur in der Ablehnung des jüngsten SPD-Vorschlags in Sachen Verlegung des Busbahnhofs mit der FDP überein. „Was die SPD sagt, ist völlig unausgegoren”, sagt Grünen-Ratsherr Michael Rau. Außerdem seien alle Pläne wieder Makulatur, wenn der Beschluss für eine Stadtbahn falle. Entscheidend sei jetzt zunächst, was in dem noch nicht abgeschlossenen Gutachten zum Thema Entwicklung am Bushof stehe. „Wir wollen doch weniger statt mehr Busse rund um den Elisenbrunnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand dem SPD-Vorschlag folgt”, kommentiert CDU-Ratsfrau Gaby Breuer die sozialdemokratische Idee.

Weniger Busse am Elisenbrunnen fordert auch die FDP. Der Elisenbrunnen vertrage eigentlich kaum mehr Bus-Anfahrten und Abfahrten als der Willy-Brandt-Platz. „Das wäre dann eine echte Fußgängerzone, die den Namen auch verdient.” Die meisten Fahrgäste, die am Friedrich-Wilhelm-Platz aus- und einsteigen, würden dort lediglich umsteigen - und dies könne viel effizienter an einem anderen, echten ÖPNV-Knotenpunkt organisiert werden. Also im Bushof. Der müsse unbedingt aufgewertet und wiederbelebt werden, das hätte dann auch positive Auswirkungen auf die Umgebung und den Verkehr, glaubt Blum.

Apropos: Auf die sogenannte Grüne Wiese möchte die FDP lieber heute als morgen das Rotlichtmilieu der Antoniusstraße verlagern. „Das ist ein Schandfleck mitten in unserer Altstadt, um den man sich dringend kümmern muss”, sagt Blum. Als Alternativ-Standort käme für das horizontale Gewerbe ein Gewerbegebiet, womöglich auch die „Auto-Meile” an der Neuenhofstraße in Frage, heißt es.

Am Wichtigsten sei aber, dass die Innenstadt nicht noch weiter für Autofahrer unzugänglich werde. „Wenn das passiert, sehe ich für die nächsten 20 Jahre schwarz”, sagt George.
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