Aachen - SPD, FDP und Linke wollen Barockfabrik am Leben erhalten

SPD, FDP und Linke wollen Barockfabrik am Leben erhalten

Von: André Schaefer
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Aachen. Sie ist seit Ewigkeiten ein Sorgenkind der Stadt. Mit dem Beschluss der Mehrheitskoalition im Kulturausschuss, die Barockfabrik als Zentrum der Kinder- und Jugendkultur aufzugeben, dürften die Tage der ehemaligen Tuchfabrik am Löhergraben gezählt sein – doch nicht in den Augen der Opposition: SPD, FDP und Linke blasen zum Angriff. Ihr Ziel: die Barockfabrik am Leben erhalten.

Während die Zukunft des Stadtpuppentheaters „Oecher Schängche“ in der Barockfabrik als gesichert gilt, soll die Bühne für Kinder- und Jugendkultur künftig anderswo platziert werden. So plant es die schwarz-grüne Mehrheit im Kulturausschuss, die die Verwaltung beauftragt hat, ein neues Konzept für Kinder und Jugendkultur zu erarbeiten. Fehlende Pförtner und Hausmeister sowie fehlende Toiletten seien ungeeignete Bedingungen für Kulturarbeit mit Kindern, heißt es. Vieles deutet daher darauf hin, dass ein neues Konzept abseits der Barockfabrik umgesetzt wird.

„Die Streichung des in der Barockfabrik angebotenen Kulturangebotes ist eine Bankrotterklärung für die Stadt“, wählt Sibylle Reuß deutliche Worte. „Die Barockfabrik ist ein Markenzeichen der Stadt, das man nicht einfach so streichen kann“, fügt die kulturpolitische Sprecherin der SPD hinzu.

Tatsächlich: Die Barockfabrik hat sich nicht nur wegen des Stadtpuppentheaters über Aachen hinaus einen Namen gemacht. 2008 erhielt sie den Jugend-Kulturpreis NRW. Kein Wunder, dass die kritischen Stimmen nun immer lauter werden. „Immer mehr Kulturschaffende, die mit der Barockfabrik in Verbindung standen, haben uns ihre Hilfe angeboten, für dieses Markenzeichen zu kämpfen“, verrät Reuß.

„Viele Vernetzungen mit Schulen“

Kritisiert werden die Argumente von Mehrheitskoalition und Verwaltung. „Man spricht immer davon, dass es im kulturellen Bereich eine bessere Vernetzung geben müsse. Dabei wird vergessen, dass die Barockfabrik viele Vernetzungen mit Schulen besitzt. Die zentrale Lage ist ideal. Hinzu kommt, dass andere Einrichtungen wie die Musikschule Räume in der Barockfabrik nutzen“, plädiert auch Ulla Epstein von den Linken für den Erhalt. „Auch wir sind für ein neues Konzept. Aber eine komplette Schließung kann nicht der Sinn der Sache sein.“

Einen ersten Antrag haben die Fraktionen schon gestellt. So soll das Gebäude auf das Vorhandensein der Frischwasser- und Abwasserleitungen pro Etage für eine Installation von Sanitärräumen überprüft werden. Die Fraktionen haben Informationen, dass die Leitungen einst vorsorglich hochgezogen wurden. „Mit einer überschaubaren Investition könnten die Bedingungen deutlich verbessert werden“, meint Ruth Crumbach-Trommler von der FDP.

Darüber hinaus planen die Fraktionen ein Experten-Hearing, bei dem grundlegende Fragen zur Optimierung in finanzieller oder struktureller Hinsicht beantwortet werden sollen. „Wir werden dann mit einem großen Antrag versuchen, für die Barockfabrik zu kämpfen“, so Reuß und erinnert an Erfolge der Vergangenheit. „Beim Thema Musikschule waren wir auch zunächst die Minderheit. Man hat am Ende gesehen, was alles möglich ist.“

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