SPD bezeichnet Wohnungsmarktbericht als „erschütternd”

Von: Jan Mönch
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Aachen. Die Zahlen, die der Wohnungsmarktbericht liefert, kann Norbert Plum in einem Wort zusammenfassen: „Erschütternd”, nennt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion sie.

Dann blättert er in einem dicken Packen Papier und tippt immer wieder auf diejenigen Tabellen, die ihm besonders große Sorgen bereiten - und die Forderung seiner Fraktion nach einer „Gesamtstrategie” lauter werden lassen.

Allen voran wäre da die Tabelle zur Bauintensität: Nur noch 1,79 neue Wohnungen jährlich kommen nach letztem erhobenen Stand auf 1000 bestehende. Fünf Jahre zuvor waren es immerhin noch 4,1. Und selbst dieser Wert liegt noch unter dem von 5,17, auf den der Altkreis kommt. Der Bestand an geförderten Mietwohnungen indes hat sich zwischen innerhalb von fünf Jahren mehr als halbiert und liegt noch knapp überhalb der 10.000er-Grenze.

Plums Fraktion liest daraus Folgendes ab: Von dem, was Aachen etwa als Hochschul- und Wissenschaftsstandort bietet, droht zunehmend die Region den Rahm abzuschöpfen, während man selbst leer ausgeht. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei dies eine sträfliche Nachlässigkeit.

Dabei würde es sich auch auf den städtischen Haushalt positiv auswirken, wenn beispielsweise ein zugezogener Ingenieur seine Zelte in der Kaiserstadt aufschlägt anstatt im Nachbarort. Denn über Schlüsselzuweisungen im Rahmen des Gemeindefinanzausgleichs stehen den Kommunen laut SPD-Pressesprecher Claus Haase pro angemeldetem Erstwohnsitz rund 1000 Euro zu. Hinzu kommt der Effekt auf Handel und Gewerbe.

Die SPD fordert, dass insbesondere die Planungsverwaltung aktiv wird. Dazu benötigt wird natürlich das entsprechende politische Signal. „Persönlich verärgert” ist Norbert Plum daher darüber, dass die Bemühungen seiner Fraktion bei der politischen Gegenseite bislang meist auf taube Ohren stießen.

So sei der Antrag, für 50.000 Euro eine „Planungsinitiative” in die Wege zu leiten, von der schwarz-grünen Ratsmehrheit abgeschmettert worden. Mehr Erfolg hatten die Sozialdemokraten immerhin mit ihren Bemühungen um einen Bebauungsplan in der Heussstraße sowie in der Schagenstraße, beide gelegen in Brand.

Um den kommenden Wohnungsmarktbericht eine positivere Sprache sprechen zu lassen, ist das natürlich viel zu wenig. Plum: „Klar sind die großen Projekte in Aachen wichtig. Aber daran dürfen wir nicht die gesamte Manpower binden, sonst fliegt uns der Wohnungsmarkt demnächst um die Ohren.”
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