„Spaziergang” durch Aachen Norden: Wilder Müll und Parkplatzmangel

Von: Günther Sander
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Begehung vor Ort: Bei einem in
Begehung vor Ort: Bei einem informativen Rundgang durch den Aachener Norden diskutieren Bürger mit Experten die anstehenden Probleme. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt Aachen-Nord” soll zwischen Jülicher Straße und Wurm, zwischen Talbotstraße und Technologiezentrum, eine Aufwertung von Straßenzügen und Wegeverbindungen, von Spielplätzen und Grünflächen, vorgenommen werden. Keine Fragen, Aachen-Nord muss und soll schöner werden.

Sicherlich eine spannende Geschichte, die sich in der Planung befindet, verbunden aber auch mit Problemen, die regelrecht auf der Straße liegen, wie die Bürgerinformation (100 Personen) im Vereinsheim des Kleingartenvereins Wiesental und ein Stadtteilspaziergang deutlich machten.

Mangelnder Parkraum, massenweise Müll, eine fehlende Beleuchtung in der Kastanienallee sind nur einige Probleme, die nicht zu überhören waren. Gerade ältere Anwohner befürchten bei der Umgestaltung des Wendehammers, dass mangels Parkplätzen die Pflegedienste, die Masseure und auch der Besuch vor schwierigen Aufgaben gestellt werden. Vermisst werden zudem ein Wochenmarkt, ein Café und eine Eisdiele, erzählen Petra Much (Architektin) von der Gewoge und Vereinssprecherin Petra Senden.

Dass die Gewoge große Investitionen tätigen möchte, sei eine tolle Sache. „Aber die Sorgen werden nicht kleiner”, so Senden. Besonders der wilde Müll brenne auf den Nägeln, ebenso müsse rasch eine Beleuchtung für die Kastanienallee her, um die Sicherheit im Viertel gewährleisten zu können. „Erst in den letzten zwei Wochen hat es hier professionelle Einbrüche gegeben, es wurden fachgerecht Schlösser aufgebrochen”, macht Senden deutlich.

Stefanie Weitenberg (Fachbereich Stadtentwicklung) bestätigte, man habe von der Informationsveranstaltung positive Rückmeldungen erhalten. „Jetzt müssen wir die vielseitigen Wünsche und Anregungen auswerten und schauen, was machbar ist und was nicht”, meinte sie. Einiges soll bis 2014 doch schon umgesetzt werden. Das groß geplante Bauvorhaben der Gewoge werde mit Sicherheit noch lange auf sich warten lassen.

Norbert Kuntz (Stadtteilbüro) möchte die Jugend aus dem Viertel in die Umgestaltung des Spielplatzes mit einbeziehen, mit anpacken lassen. „Nur so können wir etwas verändern”, glaubt er. Ziel sei es, so direkt als möglich an die Menschen heran zu kommen.

Ganz andere Probleme hat die Vorsitzende des Kleingartenvereins Burggrafenstraße, Irene Sosinka. Bis 2013 werden die zwölf Anlagen im Rahmen der Umgestaltungspläne von der Gewoge benötigt und ersatzlos verschwinden. „Die Stadt hat keine Skrupel, uns die Gärten wegzunehmen.” Immerhin bestehe der Verein (keine Dauergartenanlage) bereits seit 1918, ist also zehn Jahre älter als die Anlage im Wiesental.

Gerade zahlreiche türkische Gartenfreunde hätten viel in ihre Gärten investiert. „Die werden sehr enttäuscht sein, es könnte, wenn die Kündigungen kommen, gar einen Aufstand geben”, befürchtet Sosinka.
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