Sparwille macht vor der VIP-Loge Halt

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
logebild
Will kommende Woche mit Alemannia über die Loge verhandeln: Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Aachen. Zehn Millionen Euro will die Stadt sparen - um zumindest einen Teil des 60-Millionen-Lochs im Etat zu kitten. Alle Ämter mussten den Rotstift kreisen lassen. Hunderte Vorschläge werden derzeit sortiert, im September soll die Politik über Einschnitte entscheiden.

Merkwürdig mutet es vor diesem Hintergrund an, dass die Stadt auf eine Ausgabe offenbar nicht verzichten will: die exklusive VIP-Loge im neuen Tivoli.

Wie berichtet, hatte die Stadt schon in der vergangenen Saison das Luxus-Separée angemietet. Nach jetzigem Stand wird das auch in der kommenden Saison der Fall sein. 30.000 Euro hatte die Stadt nach AZ-Informationen für das Premium-Paket an die Alemannia überwiesen.

Im Vergleich noch ein Schnäppchen, denn Unternehmen zahlen dafür bis zu 60.000 Euro. Die Frage, ob die Stadt sich so etwas in Zeiten dramatisch knapper Kassen leisten kann, fand Oberbürgermeister Marcel Philipp schon vor Monaten durchaus berechtigt. Die Vorteile stellte er aber auch heraus: Das Einladen von Gästen dorthin diene der Kontaktpflege. Insbesondere waren dort Repräsentanten benachbarter Kommunen - etwa aus der Städteregion - zu Gast. Darüber hinaus Wirtschaftsleute oder auch Ehrenamtler. Die städtischen Finanzen sind seither eher schlechter als besser geworden. Ein Umdenken in Sachen VIP-Loge hat hingegen offensichtlich nicht stattgefunden.

OB will noch verhandeln

Der OB äußert sich auf Anfrage zunächst nicht dazu. Das hat seinen Grund: Ende kommender Woche gebe es zu dem Thema noch ein Gespräch mit Alemannia, bei dem es laut Stadtpressesprecher Hans Poth auch um die Konditionen gegen soll. Will sagen: Der OB wird versuchen, den Preis zu drücken. Das städtische Engagement geht zurück auf Alt-OB Jürgen Linden, der den Fraktionsspitzen (außer den Linken) die Idee unterbreitet hatte. Er traf damit auf Zustimmung. Unterzeichnet hatte den Vertrag schließlich der Neu-OB.

Die Politik sieht die Ausgabe als originäre Entscheidung des OB an: „Herr Philipp muss sagen, ob er das für sinnvoll hält”, meint SPD-Fraktionschef Heiner Höfken. Sollte der OB dies so sehen, werde die SPD „kein großes Theater” machen. Die Loge sei aus Repräsentationsgründen sinnvoll. Und auch CDU-Fraktionschef Harald Baal bekundet, es sei Sache des OB, „wie er seine Repräsentationsmittel” einsetzt. Diese seien ohnehin knapp bemessen. Bezahlt wird die Loge in der Tat aus dem Repräsentationstopf des OB - der seinerzeit entsprechend aufgestockt wurde.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert