Aachen - Sparkassen-Hallencup: Nach hinten raus souverän

Sparkassen-Hallencup: Nach hinten raus souverän

Von: Helga Raue
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In dieser Final-Szene behält Alemannia Mariadorf (links) die Oberhand, am Ende setzt sich aber Liga-Konkurrent Hertha Walheim deutlich durch. Alle Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eigentlich gab es zum Schluss zwei Sieger: Während Hertha Walheim nach dem 7:2-Sieg über das Endrunden-Ticket jubelte, durfte sich Alemannia Mariadorf ein wenig als „Sieger der Herzen“ fühlen, denn der in der Liga noch punktlose Fußball-Landesligist trumpfte in der dritten Vorrunde um den Sparkassen-Hallencup, den unsere Zeitung in der Aachener Halle Neuköllner Straße präsentiert, überraschend gut auf und musste sich erst im Vorrundenfinale dem Liga-Konkurrenten Walheim geschlagen geben.

Beim 1:2 hatten die Mariadorfer Anhänger im Vorrunden-Finale noch Hoffnung, doch dann drehte Walheim auf, dominierte seinen Gegner klar und zeigte einige sehr schöne Kombinationen und Tore. „Das war eine tolle Mannschaftsleistung und ein souveräner Sieg“, war Walheims „Co“ Marcel Hilgert, der Helge Hohl an der Bande vertrat, zufrieden und liebäugelt nun auch mit dem Cup-Sieg am Samstag. Hohl, der die Spiele von der Tribüne aus verfolgte, dürfte mit Auftritt eins gegen Liga-Konkurrent Germania Eicherscheid (5:3) nicht ganz zufrieden gewesen sein.

„Vor allem das Auftreten auf dem Platz mit vielen Nickligkeiten hatte eine Kabinenansprache von mir zur Folge. Das ist nicht die Art, wie wir uns präsentieren wollen“, kommentierte auch Hilgert. Ganz anders Spiel zwei gegen den SV Eilendorf (3:0), „da haben wir den Ball laufen lassen, die Räume besetzt und immer wieder den Abschluss gesucht.“ Das war ähnlich souverän wie im Finale.

Und das musste auch Leo Schneider anerkennen. „Walheim war cleverer. Schade, aber nach drei frühen Kontertoren war es schwierig, noch einmal zurückzukommen“, bedauerte Mariadorfs Sportlicher Leiter. „Die Vorrunde war für unser Selbstbewusstsein sehr gut, damit hat für uns die Vorbereitung auf die Bezirksliga gut begonnen.“

Die dritte Vorrunde um den Sparkassen-Hallencup hatte mit einer Überraschung begonnen. Landesligist Kohlscheider BC wies den FC Inde Hahn gleich in seine Schranken. Der Mittelrheinliga-Aufsteiger, immerhin das klassenhöchste Amateurteam im Fußballkreis Aachen, lag schnell 0:2 hinten und konnte auch nach dem Seitenwechsel nur noch Ergebniskosmetik betreiben. Die Hahner, deren Coach Manfred Pomp das Ergebnis im Urlaub hörte, agierten nicht als Mannschaft, das machte der KBC klar besser und siegte 6:1.

Noch überraschender war der zweite Hahner Auftritt: Landesliga-Schlusslicht Alemannia Mariadorf spielte den hohen Favoriten locker an die Wand – dank mannschaftlicher Geschlossenheit. Jeder Schuss ein Treffer – mit 13:5 setzten sich die Land-Alemannen durch. 18 Tore in einem Spiel dürften beim Budenzauber in Aachen, der 1985 seine Premiere feierte, ein neuer Rekord sein. Damit schieden die Hahner sang- und klanglos mit null Punkten und einem Torverhältnis von 6:19 aus dem Turnier aus.

„Das Spiel hat mir gut gefallen. Die Mannschaft hat sich gut bewegt und den Ball laufen lassen“, freute sich dagegen Markus Hambach über das 13:5. Der neue Coach der Mariadorfer hatte den Auftritt mit seinem „Co“ Manfred Moers zufrieden von der Tribüne aus verfolgt.

Mit dem KBC lieferten sich die Mariadorfer anschließend ein Spiel auf Augenhöhe, in dem die Alemannen beim Schlusspfiff sogar 3:2 führten. Doch der Unparteiische ließ noch einen Freistoß ausführen – und Alexander Laschet verwandelte zum 3:3. Beide Teams hatten nun vier Punkte, dank des besseren Torverhältnisses jubelte aber Mariadorf.

„Wir haben unser erstes Spiel 6:1 gewonnen und sind zufrieden. Hahn war heute nicht konkurrenzfähig“, sagte KBC-Trainer Thomas Virnich. „Es ist schade, wenn man in einer Dreiergruppe spielt und eine Mannschaft dabei ist, die sich dem Niveau des Turniers – dem vermeintlichen Niveau – nicht anpassen kann. Das ist kein Vorwurf gegen den Verein, aber in eine Dreiergruppe ist das schade.“ Gegen Mariadorf habe sein Team genügend Chancen gehabt, „die haben wir aber nicht genutzt“, so Virnich. „Auf jeden Fall waren wir heute dem Vorrunden-Finale so nahe wie noch nie.“

Punktlos machte sich auch Germania Eicherscheid auf den Heimweg. Dem klaren 3:8 gegen den Liga-Konkurrenten SV Eilendorf folgte ein umkämpftes 3:5 gegen Hertha Walheim in einem Spiel, das zunehmend giftiger wurde. „Unsere Priorität ist eine andere – der Klassenerhalt“, kommentierte Bernhard Schmitz die Startschwierigkeiten seines Teams. „Unser erstes Spiel gegen den SVE hat sehr unglücklich begonnen, da wir schon nach zehn Sekunden zurücklagen.“ Mit Eilendorf traf man aber auch auf einen Gegner, der hochmotiviert agierte und den Ball sehr gut in den eigenen Reihen hielt.

Die Partie gegen Walheim verlief deutlich enger, „aber man hat gesehen, dass teilweise die körperliche Fitness fehlt, die Hinrunde hat Kraft gekostet, die Pause ist dringend nötig“, so der Germania-Coach, der mit Alex Krott (Kornelimünster) nur einen Abgang vermelden muss, ansonsten bleibt der Aufsteiger zusammen. „Wir müssen an der Fitness arbeiten, und uns fehlt das Selbstvertrauen, das hat man gesehen. Wir wissen, welche Schwerpunkte wir in der Vorbereitung setzen müssen.“

So sehr er mit dem Offensiv-Auftritt im ersten Spiel zufrieden war, hatte Roger Warrimont die Pro-bleme in der Defensive seiner Mannschaft aber genau gesehen: „Offensiv war das in der Tat richtig gut, aber schon da waren die defensiven Schwächen zu erkennen. Wenn Eicherscheid das etwas cleverer gemacht hätte, hätten wir Probleme bekommen“, so der „Co“ des SV Eilendorf, der seinen wie immer im Januar urlaubenden Chef Achim Rodtheut vertrat. „Nach dem Spiel habe ich den Finger in die Wunde legen müssen und gesagt, dass es gegen Walheim nicht funktionieren wird, wenn wir defensiv nicht besser agieren.“

Warrimont sollte Recht behalten: Offensiv lief beim SVE gegen die Hertha nicht mehr viel, und „defensiv waren wir wie ein Hühnerhaufen“. Die Partie endete 0:3.

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