Spardetektive setzen Stromfresser auf Diät

Von: Matthias Hinrichs
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Bestens gerüstet für den großen Stromspar-Check: Das neue Spectrum-Team mit „Trainer” Peter Herdlitschke (2.v.l.) und Projektleiter Bernhard Preuß (4.v.l.) steht in den Startlöchern. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Diese Detektive observieren nur Stromzähler. Wenn sie beschatten, dann höchstens die allzu hell erleuchtete gute Stube. Zu ihrem Equipment gehören Messgeräte statt Mikros. Und ihre „Klienten” sind keinesfalls bestens betucht - im Gegenteil.

Zudem haben sie selbst reichlich persönliche Erfahrungen - wenn es darum geht, die letzten Sparpotenziale im finanziell gebeutelten Haushalt zu finden. Jetzt sind sie quasi professionelle Spürnasen im Dienst einer rundum guten Sache.

„Stromsparcheck” heißt das jüngste Projekt der Aachener Beschäftigungs- und Qualifizierungsinitiative Spectrum. Alle Haushalte, die sich über Hartz IV, Wohngeld oder Sozialleistungen finanzieren müssen, können jetzt vom neuen Programm profitieren, das das Umweltministerium gemeinsam mit den „Argen” aufgelegt hat.

Initiative der Caritas

„Auf Initiative der Caritas auf Bundesebene ist das Projekt jetzt auch in Aachen ins Rollen gekommen”, berichtet Bernhard Preuß, Leiter der Einrichtung mit Sitz auf der Hüls, die als eine von vielen Initiativen unterm Dach des Rheinischen Vereins für Katholische Arbeiterkolonien beheimatet ist.

Peter Sczygiol ist einer von sieben Langzeitarbeitslosen, die demnächst als „Stromsparscouts” bei Hartz-IV-Empfängern auf der Matte stehen sollen.

Hilfe zur Selbsthilfe eben nicht nur für den studierten E-Techniker, der seit sieben Jahren erwerbslos ist, und seine frisch gebackenen Kollegen, die allesamt einschlägige Erfahrungen vorweisen können.

Gleichwohl unterzieht sich das Team zurzeit noch einer intensiven Schulung, um die Palette der Möglichkeiten in Sachen Kostenreduzierung bei Strom und auch Wasser kennenzulernen.

„Coach” Peter Herdlitschke macht sie vertraut mit Schaltuhren zur Reduzierung von Standby-Phasen an Fernsehern, rüstet sie aus mit Energiesparlampen, Strahlreglern für Wasserhähne, Wasserstoppern für Toiletten. „Im Rahmen des Programms Jobperspektive werden die Teilnehmer damit qualifiziert und sind zumindest ein Jahr lang wieder in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung”, erklärt Preuß den doppelten Nutzen.

Einfach und attraktiv

Dabei ist die Idee so einfach wie attraktiv: Hartz-IV- oder Sozialhilfebezieher, die die Dienste des „Stromsparchecks” in Anspruch nehmen möchten, erhalten beim ersten Besuch der frisch gebackenen Experten zunächst heiße Tipps zum Nulltarif.

Und: Auch der Einsatz der vielfältigen technischen „Soforthilfen” im Wert von bis zu 70 Euro bei der zweiten Visite ist kostenfrei - aber eben nicht umsonst. Satte 120 bis 150 Euro, schätzen die Experten, lassen sich durch die Maßnahmen im Schnitt pro Jahr einsparen.

Peter Sczygiol und seine neuen Spectrum-Kollegen jedenfalls wollen keine Energien scheuen, um dem Heer der Stromfresser in tausenden Haushalten den Garaus zu machen und den „Stromsparcheck” zum Erfolgsmodell zu machen. „Wir können uns sehr gut vorstellen, dass das Projekt auch nach der Pilotphase fortgeführt wird”, sagt Bernhard Preuß...
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