Spannendes zu Tod und Gräbern

Von: jam/mas
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Aachen. Es ist gute Tradition, dass der jeweils neue Band der Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins an den Oberbürgermeister überreicht wird.

Und so bekam Marcel Philipp das historische Buch mit dem Titel „Grab und Memoria“ vom Herausgeber, dem ehemaligen Archivdirektor Dr. Thomas Kraus, seines Zeichens Vorsitzender des Aachener Geschichtsvereins. In den Weißen Saal des Rathauses waren nicht alle Autoren gekommen. Viele reisten aber aus Berlin, Paris oder Stuttgart an. „Ich freue mich darüber, dass wir in diesem Saal empfangen werden. Das ist keinesfalls selbstverständlich.“

Der neue Geschichtsband enthält acht Vorträge von acht Autoren, die vom Herbst 2013 bis zum Januar 2014 aktiv wurden. „Thema sind das Sterben und die Grabkultur im Allgemeinen“, so Kraus. „Und natürlich kamen wir zum Anlass des 1200. Todestages Karls des Großen nicht umhin, auch ihm Beachtung zu schenken.“ Neben zeremoniellen Grabritualen und archäologischen Entdeckungen befasst sich das Buch im Abschlusskapitel speziell mit dem Tod Karls des Großen.

Der sei weitgehend eine Leerstelle bei den Jubiläumsbetrachtungen, schreibt Harald Müller im Vorwort. Der Aachener Geschichtsverein habe versucht, diese Lücke durch eine Vortragsreihe zum Thema „Grab und Memoria“ zu schließen. Die einzelnen Beiträge sind in dem vorliegenden Band zusammengefasst.

Dabei geht es um Themen wie „Grab und Memoria in der Geschichte der Bilder vom Menschen“, „Ikonografie geistlicher und weltlicher Macht“, „Saint Denis: Friedhof der Könige“ und „Memorialexperimente: Extravagante Grab- und Stiftermonumente, vornehmlich in Aachen, Naumburg und Prag“. Und dann bekommt natürlich auch Karl der Große einen ganz besonderen Platz. Clemens M.M. Bayer beschäftigt sich mit dem Grab Karls des Großen, Rudolf Schieffer mit seinem Tod. Und Stadtarchäologe Andreas Schaub liefert einen „Archäologischen Bericht 2012-2014“. Es sei nahezu unmöglich, das Grab Karls heute noch ausfindig zu machen, meint Schaub. Wenn es ein Urnengrab gewesen sei, könne man mit keinerlei Überresten rechnen.

Bayer sichtet systematisch die wichtigsten Thesen zu Lage und Aussehen des Grabes und kommt in einem knappen Überblick zu dem Schluss, dass man allein auf die Nachricht vertrauen müsse, der Kaiser sei unmittelbar nach seinem Tod in einem Grab bestattet worden, das von einem Bogen mit Inschrift und Bild überspannt war. „Mit der Heiligsprechung im Jahr 1165 und der Umbettung der Gebeine in den Karlsschrein fünf Jahrzehnte später erhielt die Memoria Karls innerhalb der Kirche, die ihm schon mehr als 400 Jahre als letzte Ruhestätte gedient hatte, einen neuen Ort“, schreibt Müller.

Das nachfolgende Kapitel von Rudolf Schieffer widmet sich dem Tod Karls des Großen, und auch hier spielt seine Bestattung noch einmal eine Rolle. Deutlich wird, wie wenig über Karls Grabstätte wirklich verbrieft ist. „Solche Kenntnis für uns Nachgeborene zurückzugewinnen, sind Historiker und Archäologen seit Generationen eifrig bemüht, ohne jedoch zu einer allseits einvernehmlichen Klärung gelangt zu sein“, meint Rudolf Schieffer.

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