Aachen - Spannende Perspektiven aus dem alten Aachen

Spannende Perspektiven aus dem alten Aachen

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
Fotosammler aus Leidenschaft:
Fotosammler aus Leidenschaft: Jorg Mühlenberg hofft, dass ihm viele Aachener ihre historischen Aufnahmen - vor allem Alltagsszenen - zur Verfügung stellen.

Aachen. „Manchmal muss man vielleicht ein Jahrzehnt lang an einem anderen Fleckchen Erde gelebt haben, um die Besonderheiten unserer ehemaligen Kaiserstadt neu zu entdecken” - Jorg Mühlenberg muss selbst ein wenig lächeln, als er das sagt. Aber er weiß, wovon er spricht.

Der gebürtige Aachener hat selbst den Weg von hier ins Bayernland und wieder zurück gefunden - und sieht seine Heimatstadt mit neuen Augen. Sein großes historisches Interesse hat ihn dazu bewogen, Ausschau nach Privatfotos zu halten, die die Bauentwicklung Aachens in den Vor- und Nachkriegsjahren dokumentieren. Der 46-Jährige betont, insbesondere an privatem Bildmaterial und weniger an Postkartenmotiven aus den 1950er, 60er und 70er Jahren interessiert zu sein.

Nach einem langjährigen Aufenthalt in Oberbayern ziehen ihn die städtischen Spuren der Aachener Geschichte in den Bann. Seine historische Unkenntnis wurde ihm nachhaltig bei einem Aachen-Besuch der Münchener Schwiegereltern vor Augen geführt: „Mit fundierten Daten konnte ich zu der Zeit nämlich kaum aufwarten. Das hat mich gewurmt.” Da Mühlenberg aber ein Mann der Tat ist, hat er sich in das Thema hineingekniet.

Im Herbst 2011 startete der selbstständige Kaufmann eine private, komplett unkommerzielle Initiative, die sich der Suche nach Bildmaterial aus dem Aachen früherer Tage widmet.

„Seit Oktober bleiben täglich Dutzende interessierte Bürger vor meinen Aushängen am Büro in der Annastraße stehen”, sagt Mühlenberg. Auf Plakaten werden Privatleute dazu aufgerufen, ihre Fotoalben und Diasammlungen nach interessanten alltäglichen Fotoaufnahmen zu durchstöbern. Zum Beispiel: Aufnahmen von Trümmergrundstücken, Parkhaus-Situationen, Litfaßsäulen, Tankstellen, Kinowerbungen, Straßenbahnbildern, etc.. Nicht selten entfachen sich vor seinem Büro lebhafte Diskussionen über den Aufnahmeort von Beispielaufnahmen, erklärt er schmunzelnd.

Reaktionen auf der Straße sei abzulesen, dass ein unbedingtes Interesse der Bevölkerung an alten Fotografien bestünde. Der Wissensdurst beschränke sich keineswegs auf nur Aachener, sondern bezöge viele Besucher aus den benachbarten Niederlanden und aus Belgien ein.

Alte Bilder werden digitalisiert

„Fotos oder Dias werden mir für wenige Tage überlassen. In der Folge digitalisiere und katalogisiere ich diese”, so der Initiator. „Selbstverständlich bleiben die Fotos weiterhin Privateigentum der Leute, die sie der Initiative zur Verfügung stellen”, sichert Mühlenberg zu, der für jedes digitalisierte Foto eine Aufwandspauschale von acht Euro zahlt.

Die Fotos sollen später im Rahmen von Ausstellungen und Presseveröffentlichungen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Einen Anfang macht er im Rahmen unserer Serie „Ansichten über Jahrzehnte”, die frühere und aktuelle Perspektiven in einer Gegenüberstellung zeigt.

Gerade die Gegenüberstellung historischer Fotografien zum heutigen Zustand des Aufnahmeorts ist Mühlenbergs Ansicht nach „überaus reizvoll”. „Aachens Stadtbild hat sich in der Nachkriegszeit so stark verändert, dass es teilweise selbst „Ur-Öchern” schwer fällt, manche Straßenzüge wiederzuerkennen”.

Inzwischen hat Jorg Mühlenberg seinen Mangel an geschichtlicher Grundkenntnis behoben und stellt historisch interessierten Bürgern Hintergrundinformationen sowie bisher unveröffentlichtes Fotomaterial auf seiner Webseite zur Verfügung. Interessenten können sich bei ihm melden unter Telefon 56009155.
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