Spannende Frage: Wie weltoffen ist Aachen?

Von: David Grzeschik
Letzte Aktualisierung:
15198594.jpg
Leitet an der Aachener Volkshochschule das Projekt „NRWeltoffen“: Laura Distelrath. Foto: David Grzeschik

Aachen. Laura Distelrath findet, dass Aachen eine durch Vielfalt geprägte Stadt ist. „Sie zeichnet sich – besonders aufgrund ihrer Grenznähe – durch eine Tradition des Miteinanders von Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen aus“, sagt sie. Zugleich existierten aber weiterhin Vorbehalte und feindliche Einstellungen gegenüber verschiedenen Gruppen.

„Sie zielen auf Ablehnung von Toleranz und Vielfalt“, so Distelrath. Die Frage, wie weltoffen Aachen wirklich ist, steht im Mittelpunkt eines neuen Projekts der Volkshochschule Aachen(VHS), das den Titel „NRWeltoffen“ trägt. Es kommt von der Landeszentrale für politische Bildung NRW, Laura Distelrath ist Projektleiterin in Aachen.

Zweifellos sind konkrete Einstellungen und Meinungen zum Thema Migration vielfältig. Distelraths Aufgabe wird es in den kommenden Wochen und Monaten sein, eben jene zu ermitteln – und aus den Ergebnissen Maßnahmen zur Umsetzung eines Handlungskonzeptes gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit abzuleiten.

„NRWeltoffen“ soll hierfür vor allem Aachener mit Migrationserfahrung ansprechen. „Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen, wie weltoffen Aachen ist“, so Distelrath. Sie wird als Projektleiterin in Aachen unterstützt von Tatjana Miethbauer.

Im Mittelpunkt stehen dabei drei Themen. Zum einen geht es darum, Erfahrungen von Rassismus und Rechtsextremismus zu sammeln, zum anderen sollen Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen menschenfeindlicher Ideologien erörtert werden. Schließlich geht es „NRWeltoffen“ auch darum, Ideen für ein demokratisches Zusammenleben und Angebote gegen Menschenfeindlichkeit und Nationalismus in Aachen zu entwickeln.

Die „heiße Phase“ beginnt jetzt

Die Arbeit des kleinen Teams läuft streng genommen schon seit März dieses Jahres. „Bis jetzt gab es aber vor allem viele Gespräche zum Kennenlernen, bei denen erste Kontakte geknüpft wurden“, sagt Distelrath. Dabei sei sie auf breites Interesse gestoßen. Die eigentliche „heiße Phase“ des Projekts beginne allerdings erst jetzt. Dr. Beate Blüggel, Leiterin der VHS, ist das Projekt als Teil der politischen Bildung besonders wichtig, da es die Vielfalt der Gesellschaft in den Blick nimmt. Für das Ziel, am Ende ein lokales Handlungskonzept gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Aachen zu entwickeln, komme es vor allem auf eines an: das Gespräch mit den Bürgern.

Deshalb werde „NRWeltoffen“ bei der Veranstaltung „Offenes Aachen“ der Bürgerstiftung Lebensraum am 27. August im Elisengarten (Beginn 13.50 Uhr) ebenso vertreten sein wie auch beim „Tag der Integration“, der am 3. September im Eurogress stattfindet. Und dann? „Am Ende wollen wir unsere Ergebnisse auch in die städtischen Gremien hineingeben, um so eine gewisse Nachhaltigkeit zu schaffen“, betont Distelrath. Bis dahin wartet auf die Verantwortlichen aber noch ein langer Weg und viel Arbeit - das Projekt soll bis zum 31. Dezember 2018 laufen.

Akteure, die Interesse daran haben, Anregungen zum Projekt abzugeben, sind dazu eingeladen, Kontakt mit den Verantwortlichen aufzunehmen (laura.distelrath@mail.aachen.de). Gleiches gilt für jeden einzelnen Bürger, der seine Meinung zur Weltoffenheit von Aachen mitteilen möchte. Mehr Informationen zum Projekt finden sich im Internet unter vhs-aachen.de/vhs/nrweltoffen.htm sowie bei Facebook auf „NRWeltoffen Aachen“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert