Aachen - Spanischer Kulturverein: Ein echtes Stückchen „Espana“

Spanischer Kulturverein: Ein echtes Stückchen „Espana“

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Spanisches Essen, spanischer Wein, spanisch-deutsche Verständigung: Beim Kulturverein "Reina Sofia" kümmern sich Femi Hernandez, Pablo Sanchez, Marie Lopez, Amparo Hinojosa, Jose Hernandez und Margarete Lehmann um Kultur und Wohl der Gäste. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Was zählt, ist der erste Eindruck. Nicht mal fünf Sekunden braucht der Mensch, bis er sich sein Bild von etwas oder jemandem gemacht hat. Allerdings bestätigen auch hier wieder Ausnahmen die Regel. Zum Beispiel wenn es um den spanischen Kulturverein „Reina Sofia“ in der Jülicher Straße 309 geht.

Von außen suggerieren die alten, schon leicht ramponierten Wände alles, aber nicht das, was sich hinter dieser Fassade verbirgt. Nämlich ein Hauch von Spanien mitten in Aachen. Auf der alten Schiefertafel, die mitten im Raum hängt, sind mit Kreide typische Tapas aufgelistet. Palitos, Tortillas, Patata oder Calamaris. Dazu einige Weinflaschen.

Eben wie es der spanischen Küche entspricht. Gäste sieht man hier vor allem freitags und samstags. Richtig viele können es werden, erzählt Femi Hernandez und lässt ihren Blick über die Tische wandern. Die 15 aktiven Mitglieder arbeiten in ihrem Vereinsheim, in dem sie seit 31 Jahren ansässig sind, ehrenamtlich. Sowohl die Männer hinter der Theke, als auch die Frauen, die in der Küche sie Speisen zubereiten, machen dies unentgeltlich.

„Unseren Verein gibt es seit 35 Jahren und wir sind wie eine Familie“, erzählt Femi Hernandez. „Wer nicht mitmacht, den nehmen wir nicht auf“, fügt sie hinzu. An der Theke unterhalten sich Pepe und Pablo. Natürlich auf Spanisch. Mit einem Glas Rotwein stoßen sie an und lachen laut. Wenn der Sommer naht, ist es generell etwas ruhiger, dafür ist es im Winter immer rappelvoll. Auch Geburtstage und Weihnachtsessen werden hier gefeiert. Die Mitglieder möchten dabei vor allem eins: ihre Traditionen weitergeben.

Hernandez machte erst vor ein paar Tagen eine große Pfanne Paella für 50 Personen, von der aber letztlich 90 Leute aßen. Man fühlt sich wie im Urlaub, aber dennoch irgendwie zuhause. Die meisten Gäste sind Deutsche, die noch einmal den letzten Spanien-Urlaub auffrischen wollen, oder einfach das leckere Essen genießen möchten.

Ursprünglich hat sich der Verein 1977 als Treffpunkt für spanische Einwanderer gegründet, der Hilfestellungen im Umgang mit Behörden und Formularen anbot. Aber mittlerweile leben schon die Enkel der Gründer der ersten Stunde hier. Jedes Mitglied hat so seine ganz eigene Geschichte, in der die Wörter „Spanien“ und „Deutschland“ oft fallen.

Und wenn man schon beim Thema ist, präsentiert Jose, der Mann von Femi, Marie und Amparo seine neuste Errungenschaft aus dem letzten Heimaturlaub: Ein Lederarmband, was zu weiteren Gesprächen führt. Währenddessen trudeln nach und nach Besucher ein. Meist mit einem ganz klaren Ziel: Paella! Femi weiß sofort: bei einer Pfanne wird es wohl auch an diesem Abend nicht bleiben.

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