Aachen - Spagat zwischen Normalität und Wahnsinn

Spagat zwischen Normalität und Wahnsinn

Von: Sonja Ceri
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Was kommt dabei heraus, wenn ein Museum den Stundenplan bestimmt? Und wenn das Ganze auch noch unter das Thema „Grenzsituationen” gestellt wird?

Das Ludwig-Forum einerseits und die Heinrich-Heine-Gesamtschule sowie das Anne-Frank-Gymnasium andererseits kennen die Antwort.

Bei den „Lernpartnertagen” wurde im Januar ein Kooperationsprojekt zwischen der pädagogischen Abteilung des Ludwig Forums und dem Kunstleistungskurs des 12. Jahrgangs der Heinrich-Heine-Gesamtschule sowie des Anne-Frank-Gymnasiums ins Leben gerufen.

Inspirieren ließen sich die jungen Kunsttalente von den Video-Installationen des Künstlers Ergin Cavusoglu, der die Problematik und Ambivalenz der Grenzüberschreitung in seinen Arbeiten in mehrfacher Perspektive visuell und akustisch widerspiegelt.

Materielle und kulturelle Grenzen

Die Oberstufenschüler entwickelten daraufhin eigene Bildentwürfe in Form von Tableaus, die sich aufeinander beziehen. Dabei illustrieren die Werke ganz unterschiedliche Aspekte des Themas, von materiellen über kulturelle Grenzen bis hin zu grenzwertigen Neigungen, wie etwa der Selbstverstümmelung.

Aber auch gesellschaftliche Grenzfälle sind ein Thema des Kunstprojektes. So stellten Sarah Herpers und Celina Manthei mit Hilfe von drei Leinwänden die Grenzsituation Michael Jacksons dar. Der äußerlich veränderte „King of Pop”, nach operativen Eingriffen, wird von Sarah Herpers auf der linken Leinwand portraitiert, während sein ursprüngliches Aussehen auf der rechten Leinwand von Celine Manthei verbildlicht ist.

Provokantes Tabu-Thema

Die beiden Porträts betrachten sich mit einem zugewandten Blick im Zeichen der veränderten Wahrnehmung. Zwischen den Porträts hängt eine biographisch gestaltete Leinwand als Zeichen der Unüberwindbarkeit.

An dieses Thema knüpfen die Arbeiten von Janine Nawrot, Tanja Götting und Anja Schiefer an, die unter dem Titel „Hilfe! Die Grenze zur Selbsterhaltung” das Tabu-Thema „Ritzen” provokant inszeniert haben. Mit Acryl malen sie zoomartige Ausschnitte von geritzen Gesichtspartien.

Die abstrakten Darstellungsformen unterstreichen die erschreckenden Motive und sollen den Betrachter aufrütteln. Den Schülerinnen und Schülern ist der Spagat zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Normalität und Wahnsinn eindrucksvoll gelungen. Die Ausstellung ist bis zum Ende der Osterferien im Atelier des Ludwig Forums zu besichtigen.
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