Aachen - Sozialticket trotz Kritik gelöst

Sozialticket trotz Kritik gelöst

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Fahrplan für die Einführung des so genannten Sozialtickets in der Städteregion steht.

Wenn alles läuft wie geplant, wird der Aachener Verkehrsverbund (AVV) ab dem 1. Januar des kommenden Jahres eine ermäßigte Monatskarte für Empfänger von Transferleistungen im Angebot haben. Eine entsprechende Empfehlung gaben Mobilitätsausschuss und AVV-Beirat in ihrer jüngsten gemeinsamen Sitzung einstimmig. Rundum zufrieden mit dem Sozialticket in seiner vorgestellten Form zeigte sich, mit Ausnahme der CDU, allerdings keine der Parteien. Als Teilerfolg wurde der Fahrschein von Seiten der Linken gewertet, die seine Einführung seit Jahren gefordert hatte. „Das Problem ist aus meiner Sicht der Preis”, sagte Andreas Müller (Linke).

29,80 Euro soll das Sozialticket pro Monat kosten, es gilt für alle Busse und Bahnen innerhalb der AVV-Region. Gegenüber dem normalen Preis eines vergleichbaren Fahrscheins sei das „ein erheblicher Nachlass” von nahezu 50 Prozent, strich AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich hervor. Müller meint, die Monatskarte sei dennoch zu teuer. Schließlich sähen die ALG-II-Sätze nur 15 Euro für Öpnv-Tickets vor. Der Vertreter der Linken prophezeite: „Das Sozialticket wird nicht von vielen in Anspruch genommen werden.”

Die vergünstigte Monatskarte in zwei Varianten ins Angebot zu nehmen, von denen sich eine beispielsweise auf das Aachener Stadtgebiet beschränkt, mache die Sache auch nicht billiger, sagte Sistenich: „Das haben wir kalkuliert. Ein Ticket für Aachen würde 32 Euro kosten.”

Kritisiert wurde von SPD, Grünen, FDP und Linke zudem die Regelung, dass das Sozialticket erst ab 9 Uhr gültig sein wird. Schließlich liege es durchaus im Bereich des Möglichen, dass gerade Arbeitsuchende schon zu früherer Uhrzeit Termine hätten, zu deren Wahrnehmung sie auf den Öpnv angewiesen seien, so der einhellige Tenor. Sistenich sagte, dass die 9-Uhr-Grenze in anderen Gebieten, in denen es ein Sozialticket bereits gibt, bislang nie zu Problemen führte.

Allerdings gibt es auch Regionen, in denen das Angebot wieder abgeschafft wurde. „Das finanziellle Defizit war zu groß geworden”, begründete Sistenich. Spätestens ein Jahr nach Einführung des Sozialtickets soll der AVV über erste Erfahrungen berichten. Michael Servos (SPD) nannte die ermäßigte Monatskarte in ihrer geplanten Form „die beste der schlechten Lösungen, die machbar ist.” Zumindest mit Blick auf die derzeitige Haushaltslage.

Ab 1. Januar 2011 werden Fahrscheine teurer

Den Tariferhöhungen, die der „Landesarbeitskreis Nahverkehr NRW” empfahl, stimmte der AVV-Beirat in der jüngsten Sitzung zu.
ArtikelDer Preis für das „Schöne Fahrt Ticket steigt von 16 Euro (Kinder: 8 Euro) auf 16,60 Euro (Kinder: 8,30 Euro). Die Preise für das „Schöner Tag Ticket Single” und das „Schöner Tag Ticket 5 Personen” steigen von 25 Euro bzw. 35 Euro auf 26 Euro bzw. 36 Euro.

Teurer wird auch auch das „Schöne Ferien Ticket ” für Oster-, Herbst und Sommerferien: Statt 23 Euro wird es 24,50 Euro kosten. Das „Schöne Ferien Ticket ” für die Sommerferien wird statt 50 Euro 52 Euro kosten.

Die weiteren Preiserhöhungen: „Schöne Woche Ticket : 5,20 Euro (vorher: 5,10 Euro), „Schöner Monat Ticket ”: 19,30 Euro (18,80 Euro), „Schöner Monat Ticket Azubi”: 14,50 Euro (14,10 Euro), „Schöner Monat Ticket Abo”: 16,10 Euro (15,70 Euro), „Schöner Monat Ticket Azubi Abo: 12,10 Euro (11,90 Euro)

Das Semesterticket wird ab dem Wintersemester 2011/12 pro Semster um jeweils 1,60 Euro teurer. Die weiteren Preiserhöhungen werden ab dem 1. Januar 2011 wirksam.
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