Sozialpsychiatrisches Zentrum: Seit 25 Jahren Große Hilfe in seelischer Not

Von: Maximilian Grönegräs
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Aachen. Die Lebensbedingungen von psychisch erkrankten und behinderten Menschen verbessern – das hat sich die Aachener Laienhelfer Initiative (ALI) zum Ziel gesetzt.

Hierzu unterhält die Organisation in der Stadt Aachen zwei Kontakt- und Beratungsstellen. Das Sozialpsychiatrische Zentrum in der Südstraße 6 feiert heute sein 25-jähriges Bestehen. Die Einladung zu den Feierlichkeiten richtet sich vor allem an die Besucher der Einrichtung und deren Angehörige sowie an die Fachöffentlichkeit und ehren- und hauptamtliche Kollegen.

Nach dem Empfang (13 Uhr) stehen Ansprachen unter anderem von Bürgermeisterin Margrethe Schmeer und Ingo Seyfert, Leiter der Sozialpsychiatrischen Zentrums, auf dem Programm. Anschließend kann man Einblicke in die Räume und die Arbeit der Kontakt- und Beratungsstelle gewinnen oder sich bei Essen, Trinken und Musik unterhalten.

Gutes Netzwerk aufgebaut

1987 hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ein Programm zur Förderung Sozialpsychiatrischer Zentren aufgelegt, um einen Impuls für den Aufbau ambulanter Hilfesysteme zu geben. Inzwischen gibt es im Rheinland insgesamt 67 dieser Einrichtungen. ALI bekam 1992 die Zusage des LVR für das erste Sozialpsychiatrische Zentrum und gleichzeitig für die Förderung der Kontakt- und Beratungsstelle in der Südstraße durch die Stadt.

Eine zweite Einrichtung in der Trierer Straße kam 2001 hinzu. Unter seinem Dach vereint das Zentrum zahlreiche Fachbereiche und Programme. „Man kann sich das wie ein großes Netzwerk, bestehend aus verschiedenen Bausteinen vorstellen“, erklärt Seyfert. „Die Kontakt- und Beratungsstelle ist das Herz des Ganzen.“

Insgesamt acht Ehrenamtliche arbeiten dort gemeinsam mit Ingo Seyfert und Sozialarbeiterin Janina Böckling. Menschen, die unter seelischen Erkrankungen leiden, können sich zu einem Kaffee und Gesprächen mit anderen Betroffen oder, auf Wunsch auch anonym, mit den Beratungskräften einfinden.

Zu den weiteren Angeboten zählen ambulantes betreutes Wohnen, ein Fachbereich speziell für seelisch erkrankte junge Erwachsene und das Projekt „Pack An“, in dessen Rahmen neun psychisch Erkrankte die Reinigung der beiden Aachener Beratungsstellen übernehmen. „Es hat uns viel Zeit gekostet, eine solche Vielfältigkeit an vernetzten Angeboten aufzubauen“, berichtet ALI-Geschäftsführer Wolfgang Behrens. Seit Neuestem werden auch fachspezifische Fortbildungen für Sozialarbeiter angeboten.

Und auch zur Zukunft des Sozialpsychiatrischen Zentrums hat Ingo Seyfert bereits Pläne. „Wir wollen unsere Angebote noch weiter an die verschiedenen Bedürfnisse unserer Besucher anpassen“, sagt er. Besonders auf den bevorstehenden Eintritt von Migranten in ambulante Hilfesysteme müsse man sich gut vorbereiten. „Hier arbeiten wir bereits mit Sprach- und Kulturvermittlern zusammen, um Verständigungsprobleme zu vermeiden.“

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