Aachen - Sozialkritische Texte am Kennedypark

Sozialkritische Texte am Kennedypark

Von: Ronja Schwabe
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Diese jungen Künstler haben e
Diese jungen Künstler haben erfolgreich am Rap-Workshop teilgenommen: Die Stadt Aachen und der „Chill Out-Verein zur Förderung der Kommunikationskultur e.V.” hatten zu besonderen Ferienspielen eingeladen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Dass Rap nicht gleichbedeutend mit wilden Beleidigungen und Schimpfwörtern ist - das möchte Steffen Johr den Kindern und Jugendlichen im Jugendbus am Kennedypark zeigen. Der große blaue Doppeldecker-Bus steht den Kids dort während der Ferienspiele bis heute von 17 bis 21 Uhr offen, um die Grundzüge des Raps kennenzulernen, Texte zu schreiben und zu performen.

Der Erzieher Steffen Johr hat dafür die Initiative ergriffen und leitet das Projekt ehrenamtlich. Hierzu hat er sein Hobby einfach mit dem Beruf verbunden. „Oft hören die Kids einfach die falschen Texte”, sagt er. „Rap ist aber sehr facettenreich, er hat viele schöne und auch lustige Seiten zu bieten.” Die Kinder sollen hier lernen eigene Ideen in Texte umzusetzen. Johr bietet ihnen dazu die nötige fachliche aber auch technische Unterstützung.

Jetzt soll der entstandene Song sogar im Tonstudio aufgenommen werden, so dass ihn alle Teilnehmer mit nach Hause nehmen können. Dabei entwickelte sich im vergangenen Jahr, als die Aktion zum ersten Mal angeboten wurde, ein sozialkritischer Ansatz. In den Texten ging es um die schlechte Situation in und rund um den Kennedypark. Denn das ist schließlich das tägliche Lebensumfeld vieler Teilnehmer. Und bei dem Thema wird vermutlich auch dieses Jahr wieder angeknüpft - jetzt wird die Sache aber etwas komplizierter.

„Wir feilen zum Beispiel an der Technik des Double-Time-Part”, sagt Johr. Das heißt im Endeffekt nichts anderes, als den gleichen Text in der halben Zeit zu rappen. Eine Herausforderung, der sich die Jugendlichen gerne stellen. Der 16-Jährige Eric ist zum zweiten Mal dabei und hat sichtlich Spaß an der Aktion. Er kann aber alle Interessierten beruhigen: „Hier braucht es niemanden peinlich zu sein, wenn er etwas noch nicht kann”, sagt er. Veröffentlicht wird sowieso nur, womit auch alle einverstanden und zufrieden sind.

Ausgeschrieben war das Programm für Jugendliche ab zwölf Jahren, es sind aber auch wesentlich Jüngere dabei, die ebenso talentiert sind. Dabei handelt es sich auch nicht nur um Jungs - auch die Mädels sind mit von der Partie und beeindrucken sogar den ein oder anderen echten Kerl. Eigentlich fanden vorher Anmeldungen für die Ferienspiele statt, alle Interessierten sind aber herzlich eingeladen spontan mitzumachen - ganz ohne Voranmeldung.

Bei dem blauen Doppeldecker-Cabrio-Bus des Chill-Out-Vereins handelt es sich übrigens um einen alten Burger-Promo-Bus. Die stylischen Sessel im Innenraum und so einige technischen Finessen verleihen dem Bus einen jugendlichen Charme. Er steht auch außerhalb der Ferienspiele immer montags von 18 bis 21 Uhr am Kennedypark. Dort dient er als mobiler Treffpunkt, in und um den Kinder und Jugendliche ihre Freizeit in einem geschützten Rahmen verbringen können.

„An solchen sozialen Brennpunkten fehlen oft Anlaufstellen und stabile Ansprechpartner”, erklärt Stefanie Erkeling, vom Chilll-Out-Verein. „Hier können sie sich treffen, spielen, oder einfach zusammen Musik hören.” Zwei bis drei Sozialarbeiter stehen den Kids außerdem für Fragen und Probleme aller Art zur Verfügung. Auch Steffen Johr ist dort immer montagabends für alle Musikinteressierten zur Stelle.
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