Aachen - Sozialer Wohnungsbau boomt wieder

Sozialer Wohnungsbau boomt wieder

Von: Matthias Hinrichs
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Große „Hausnummer“: Am Eisenbahnweg sollen in den kommenden Jahren 183 sozialgebundene Wohnungen entstehen. Grafik: Landmarken AG
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Zieht erfolgreiche Bilanz in Sachen Wohnungsbauförderung: Hans Körfer, Chef des Fachbereichs Wohnen.

Aachen. Geht doch nichts über einen guten Freund. Wer wüsste es besser als Hans Körfer? Denn allein im Zuge des gleichnamigen Immobilien-Coups der Landmarken AG in Rothe Erde konnte die Stadt im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von über 20,4 Millionen Euro beim Land loseisen, frohlockt der Leiter des städtischen Fachbereichs Wohnen.

Am Eisenbahnweg will der Aachener Investor mit seinem Großprojekt „Guter Freund“ in den kommenden Jahren allein 183 mietpreisgebundene Wohnungen schaffen.

Damit nicht genug: Im Ganzen, resümiert Körfer, hat das Land 2014 Subventionen über insgesamt rund 30,7 Millionen zur Schaffung erschwinglichen Wohnraums in Aachen bewilligt. Unterm Strich sind so im Gesamtpaket von neun geförderten Projekten 255 neue Wohnungen für weniger gut Betuchte per Darlehen auf den Weg gebracht worden. „Damit können wir den Verlust von 258 preisgebundenen Einheiten fast komplett ausgleichen“, erklärt Körfer.

Landesweit rangierte die Stadt anno 2014 in Sachen Zuschüsse gar auf Platz drei hinter Köln und Düsseldorf. Und übertraf in punkto Neubauten die Bilanz des Vorjahres um mehr als das Dreifache: 2013 konnten lediglich 75 neue Wohnungen über das Förderprogramm in die Realisierung gehen.

Allerdings kamen im Ganzen 263 preisgebundene Wohnungen hinzu, davon 188 aus städtischen Beständen, während für 210 Objekte die Bindung auslief. „Die gute Zusammenarbeit mit potenziellen Investoren hat sich 2014 also bestens bewährt“, sagt der Fachbereichsleiter nicht ohne Stolz. Davon profitiere natürlich auch die Wirtschaft im Dreiländereck, weil allein im Zuge der geförderten Projekte unterm Strich über 47,1 Millionen Euro in Neubauprojekte investiert wurden.

Weitere Anstrengungen seien allerdings unbedingt erforderlich, unterstreicht Körfer. „Wir gehen aktiv in den Markt und sind permanent im Gespräch mit den Akteuren, die in der Lage sind, durchaus hochwertige Projekte umzusetzen.“ Denn in den kommenden fünf Jahren werden schätzungsweise 1700 von aktuell rund 9400 Wohneinheiten aus der Bindung fallen, bis 2025 werden es im Ganzen rund 3000 sein.

Im breiten politischen Konsens seien daher wichtige Instrumente zur weiteren Bereitstellung preiswerten Wohnraums geschaffen worden, etwa mit dem sogenannte Baulandbeschluss: Bei Investitionen auf Grundstücken über 5000 Quadratmetern müssen der Stadt künftig 25 Prozent der Flächen für öffentlichen geförderten Wohnungsbau zum Kauf angeboten werden. Bei kleineren Projekten müssen 20 bis 40 Prozent der Wohneinheiten sozialgebunden sein.

So sollen künftig auch Mieter ohne dicke Geldbörse von großen Bauvorhaben profitieren, etwa auf dem ehemaligen Wertz-Gelände am Hohenzollernplatz, wo innerhalb der nächsten zwei Jahre voraussichtlich 170 neue Wohnungen geschaffen werden, sowie bei den geplanten Vorhaben auf dem Campus West, in der Franzstraße oder im Quartier Wiesental.

Anlass, die Hände in den Schoß zu legen, gebe es auch längerfristig keinesfalls: Inzwischen hätten laut Landesbauminister Michael Groschek nicht weniger als rund die Hälfte aller Bürger in NRW Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein, sagt Körfer.

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