Sozialer Masterplan gedeiht am Westpark

Von: Matthias Hinrichs
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Fest im Blick der Sozialplaner: Im Quartier rund um den Westpark, zwischen Jakobsviertel, Vaalser Straße, Kronenberg und Welkenrather Straße, soll die Teilhabe älterer Menschen am täglichen Leben mit einem Bündel von Maßnahmen verbessert werden. Im Altenheim St. Elisabeth soll dazu eine Stabsstelle eingerichtet werden – sofern die erforderlichen Landesmittel für das Modellprojekt fließen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Erkenntnis an sich ist wohl auch schon in die Jahre gekommen – und gleichwohl brandaktuell: Wer dem viel zitierten demografischen Wandel effektiv Rechnung tragen will, sollte vor allem überschaubare „soziale Räume“ ins Visier nehmen.

Gezieltes Stadtteilmanagement gehört dabei längst zu den wichtigsten Instrumenten. Nichts weniger als die „Entwicklung eines altengerechten Quartiers“ soll aber jetzt mit Blick auf den „mittleren Westen“ der Stadt forciert werden, nämlich den Bereich zwischen Vaalser Straße, Jakobsviertel und Kronenberg.

Im Mittelpunkt steht diesmal, nicht nur geografisch, das Altenheim an der Welkenrather Straße. Denn von dessen Leitung sind die entscheidenden Impulse für das Vorhaben ausgegangen, das jetzt konkretisiert werden könnte. Und ebendort könnte voraussichtlich bereits im Sommer ein qualifizierter „Quartiersentwickler“ als zentraler Ansprechpartner für ältere Menschen seine Arbeit aufnehmen, berichtet Heimleiter Peter Rode.

Voraussetzung ist allerdings, dass das ambitionierte Pilotprojekt mit Landesgeldern realisiert werden kann, welche die Stadt jetzt akquirieren will. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit dem Konzept im Wettbewerb um Mittel aus dem Fördertopf ,Alter und Pflege NRW‘ erfolgreich sein werden“, sagte Sozialdezernent Dr. Manfred Sicking am Donnerstag, bevor die ersten Details im Ratsausschuss für Soziales, Integration und Demografie vorgestellt wurden. Über drei Jahre wäre der Löwenanteil zur Finanzierung damit gedeckt. Knapp 41.000 Euro würde das Land jährlich in die neue Stelle investieren sowie bis zu 4500 Euro für Sachmittel und bis zu 5500 Euro für „teilhabeorientierte Maßnahmen und Veranstaltungen“.

Zunächst aber sollen vor allem die Wünsche und Bedürfnisse der Generation ab 55 Jahre ermittelt werden. „In Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschule ist eine umfangreiche Befragung im Viertel geplant mit dem Ziel, vorhandene Strukturen weiter zu stabilisieren und sie noch besser zu vernetzen“, erläutert Rode. So könnten auf neuer Datenbasis bestehende Angebote in Sachen Mobilität, Freizeit, Kultur und Versorgung im Alter hinterfragt und neue Dienstleistungen entwickelt werden.

Vier zentrale Handlungsfelder sollen dabei nachhaltig beackert werden: Selbstversorgung beim täglichen Bedarf, Wohnen, Gemeinschaft erleben, aktive Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben. „Schon heute sind wir bei der Stadtteilkonferenz Westpark im Boot und arbeiten mit rund 60 Vereinen und Institutionen zusammen“, betont Rode. Dennoch stünden die Bedürfnisse älterer Menschen – nicht zuletzt im Hinblick auf Pflege „vor Ort“ – noch immer nicht ausreichend im Fokus.

Gute Ansätze seien fraglos längst vorhanden: So würden in St. Elisabeth alternative Wohnformen inklusive der Möglichkeit einer Rundumbetreuung „praktisch erprobt und den Erfordernissen ständig neu angepasst“, heißt es im Konzept zum Förderantrag. Auch einen offenen Mittagstisch und ein Café gibt es bereits an der Welkenrather Straße. Mit Begleit- und Fahrdiensten zum Einkauf oder der Einrichtung eines neuen „Abendmarktes“ zur Versorgung mit frischen Lebensmitteln könnten weitere attraktive Angebote geschaffen werden, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Die zentrale Steuerung würde zumindest über den Förderzeitraum von zunächst drei Jahren über das neue „Quartiersmanagement“ gewährleistet. Rode: „Das Projekt hat durchaus Modellcharakter. Deshalb hoffen wir, dass wir die Förderung durch das Land auch längerfristig sicherstellen können.“

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