Sozialdienst katholischer Frauen führt Projekt „Do it“ fort

Von: svp
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Aachen. Über 500 minderjährige Flüchtlinge leben derzeit in Aachen. Sie kamen ohne Eltern oder Erziehungsberechtigte nach Deutschland, mit der Hoffnung, hier Sicherheit, Geborgenheit und eine neue Lebensperspektive zu finden. Damit ihnen das Eingewöhnen in ein fremdes Land besser und schneller gelingt, vermittelt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) seit Januar 2015 ehrenamtliche Vormünder für Flüchtlinge.

Diese werden in Schulungsreihen auf ihre kommenden Aufgaben vorbereitet und von zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen begleitet. Die ehrenamtlichen Vormundschaften werden unter dem Namen „Do it“ als Projekt in Aachen durchgeführt. Finanziert wird das Konzept, welches in neun weiteren Städten Deutschlands läuft, aus Mitteln des europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds, der Stadt Aachen sowie des Bistums Aachen.

Allerdings ist diese Finanzierung auf maximal drei Jahre beschränkt und leider nicht ausreichend. Deshalb bittet der SkF nun die Aachener Bevölkerung um Mithilfe und hofft darauf, in den nächsten drei Monaten Spenden einwerben zu können, die dann von der Bethe-Stiftung verdoppelt werden: „Die Bethe-Stiftung ist eine private Sozialstiftung aus Köln, die im Rahmen einer Spendenverdoppelungsaktion einen Betrag von bis zu 10 000 Euro zur Verfügung stellt“, erzählt Ursula Braun-Kurzmann, Geschäftsführerin SkF.

Damit dieser Betrag tatsächlich zusammenkommt, braucht es spendenfreudige Bürger, die die Arbeit des Projektes unterstützen möchten. Christel Niederstadt ist eine von derzeit 55 ehrenamtlichen Vormündern. Sie betreut einen 15-jährigen Afghanen. Für sie eine sinnvolle und spannende Aufgabe, wie sie betont: „Da ich als Rentnerin viel Zeit habe und aus dem sozialen Bereich komme, habe ich mich entschieden, ehrenamtlich aktiv zu werden. Wir sehen uns einmal pro Woche für zwei bis vier Stunden. Ich unterstütze ihn bei allem, was ansteht. Sei es im schulischen Bereich, bei der Suche einer angemessenen Unterbringung oder bei Fragen rund seine medizinische Versorgung. Aber auch von seinen Nöten und Ängsten weiß ich viel, denn die Angst, wie es hier mit seinem Asylantrag und damit auch mit ihm selbst weitergeht, ist sehr groß und belastend.“

Die meisten jungen Flüchtlinge sind zwischen 15 und 20 Jahren alt und stammen aus Syrien, Afghanistan, Guinea, Irak, Somalia und Eritrea. Damit die ehrenamtlich tätigen Vormünder auch weiterhin ihr Amt ausführen können und Unterstützung durch erfahrene hauptamtliche Mitarbeiterinnen des Vereins erhalten, sind Spenden unabdingbar. Denn den jungen Flüchtlingen kommt es in jedem Fall zugute, wenn sich ein ehrenamtlicher Vormund intensiv um sie kümmert und sie in ihr Erwachsenwerden in einer fremden Umgebung begleitet.

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