Sozialbilanz des Hilfsvereins „Wabe” fällt positiv aus

Von: Hans-Peter Leisten
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Aachen. Alois Poquett hat bewusst die bunte Krawatte umgebunden. Die schwarze Alternative hat der Geschäftsführer des Hilfsvereins „Wabe” gezielt im Schrank gelassen.

Zum einen, weil er durchaus positive Dinge aus Sicht der „Wabe” bekannt geben will, zum anderen weil der schwarze Binder in Krisenzeiten ein falsches Signal wäre.

„Und bei uns von der Wabe ist das Glas immer halbvoll und nicht halbleer”, sagt er mit dem Brustton der Überzeugung bei der anstehenden Sozialbilanz der „Wabe”.

Und in diesem Jahr ist das Glas vielleicht einen Tacken voller, denn „Wabe e.V.” kann eine erfreuliche Bilanz vorweisen.

Die „Wabe” kümmert sich um Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen. Menschen, die aufgrund von Krankheit, fehlender Ausbildung oder auch persönlicher Irrwege auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance haben.

Um die kümmert sich ganz besonders Katrin Bauermeister als Leiterin des Fachbereichs „Hilfe zur Arbeit, Beschäftigung und Qualifizierung”.

411 Menschen konnten im vergangenen Jahr beschäftigt, qualifiziert und/oder betreut werden. „Sie haben nicht nur Arbeit gefunden, sondern auch eine ganz andere soziale Einbindung zurückgewonnen”, verweist die Expertin auf den weiter gehenden Wert von Arbeit.

Dass diese erfolgreichen Zahlen geschrieben werden können, führt sie auf das neue Instrument des Paragrafen 16a des Sozialgesetzbuches zurück.

Der macht es möglich, Menschen mit Handicap über zwei Jahre konsequent zu fördern, und zwar so, dass sie einen Lohnzettel, einen Arbeitsvertrag und ein sozialversicherungspflichtiges Anstellungsverhältnis haben.

Von den genannten 411 Beschäftigten konnten sogar 92 in Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt gebracht werden.

Die dazu erforderlichen Fördermittel flossen hauptsächlich aus Bundesquellen, erlebten dabei die bemerkenswerte Steigerung von 750.000 auf 2,13 Millionen Euro.

Argen sparen Kosten

Und so verwundert es nicht, dass sich Poquett und Bauermeister für die Beibehaltung beziehungsweise Stärkung des Instruments aussprechen: „Die Argen sparen die passiven Leistungen zum Lebensunterhalt, die Beiträge zur Rentenversicherung und natürlich auch die erforderlichen Kosten des Fallmanagements.”

Daraus ergebe sich die logische Konsequenz, für die Kostenträger endlich die Möglichkeit zu schaffen, selbstständig passive in aktive Leistungen der Arbeitsmarktpolitik zu wandeln.

Eigens aus Düsseldorf zur Sozialbilanz angereist war Nikolaus Immer, Leiter des Geschäftsbereichs Soziales und Integration der Diakonie, Träger des Vereins.

„Menschen ohne Arbeit sind Menschen ohne Erwartung. Die Diakonie will dies durchbrechen.” Er regte an, Teile des Konjunkturpaketes des Bundes an Träger der Beschäftigungsförderung zu geben. Denn: „Förderinstrumente dürfen auch in Krisenzeiten nicht in Frage gestellt werden.”

Damit liegt er auf einer Linie mit Dr. Thomas Griese, Aufsichtsrat der „Wabe”. Der ergänzte: „Unser Verein ist inzwischen ein mittelständisches Unternehmen, mit Beständigkeit und regionaler Verbundenheit.”

Umso wichtiger sei es, Transparenz - wie eben durch die Sozialbilanz - zu schaffen.

In diesem (Wahl-)Jahr rechnen die Verantwortlichen nicht mit einem Rückgang der Fördermittel. Die weitere Erwartung der „Wabe” hängt nach eigener Aussage auch von der künftigen Koalition in Berlin ab.

Unabhängig davon geht der Appell an den Gesetzgeber, am Förderinstrument „16a” festzuhalten. Denn Alois Poquett möchte auch bei den nächsten Präsentationen der Sozialbilanz eine bunte Krawatte tragen.
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