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Souverän in Stimme und an Saiten: Andreas Kümmert im „Franz“

Von: Rauke Xenia Bornefeld
Letzte Aktualisierung:
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Ergänzten sich perfekt auf der Bühne: Andreas Kümmert als Sänger und Gitarrist und sein Keyboarder Sebastian Bach im "Franz". Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Er hatte bereits die ganz große Bühne: Gewinner von „Voice of Germany“, Sieger des deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Andreas Kümmert hat sich bewusst dagegen entschieden und tourt – mit kürzeren Haaren und längerem Bart – lieber wieder durch kleine Clubs. Am Samstag war er zusammen mit seinem Duo-Partner Sebastian Bach im ausverkauften Franz.

Keine Schubladen! Dieser Wunsch des eigenwilligen Rock- und Bluessängers wurde wieder einmal schnell, noch vor Beginn des Konzerts deutlich: Der Saal war eng bestuhlt, kein Platz zum Abrocken – eher ein Ort zum andächtigen Lauschen. Das Programm – hauptsächlich Eigenkompositionen von Kümmerts neuem Album „Recovery Case“, nur wenige Coverversionen zum Beispiel von Elton John und den Eagles – präsentierte Kümmert wie gewohnt gesanglich äußerst stark und facettenreich mit Bach am Keyboard, am Akkordeon und als Backround-Sänger.

Kümmert selbst lieferte wenn nötig den Gitarrensound, zeigte auch, dass er die indische Sitar beherrscht und als ehemaliger Schlagzeuger über Rhythmusgefühl verfügt. Alles im Sitzen. Kümmert und Bach präsentierten sich als hervorragend eingespieltes Duo, bei dem Bach einen ebenbürtigen Part einnahm. Nicht nur, dass er souverän über weiße und schwarze Tasten herrschte. Seine klanglich gänzlich andere Stimme harmonierte perfekt mit Kümmerts Sound.

Die – kratzend, weich, intensiv, sanft, durchdringend – beherrschte natürlich das Konzert. Dass seine Stimme wegen einer Erkältung angeschlagen war, hörte man eigentlich nur, wenn Kümmert nicht sang, sondern sprach. Da letzteres aber nicht die eigentliche Mission des Unterfranken ist, konnte das Publikum in vollem Akustik-Sound schwelgen. Vielleicht lag es ein bisschen an den äußerst vielschichtigen, aber wenig eingängigen Songs von Kümmert, dass es die Zuhörer erst ziemlich am Schluss des zweistündigen Konzerts von den Stühlen riss – bezeichnender Weise nicht bei einem Kümmert-Song, sondern bei „Rocket Man“ von Elton John.

Trotzdem verließen die Konzertbesucher – mehrheitlich in den 1960er und 70er Jahren sozialisiert, die der 30-jährige Kümmert als seine musikalische Heimat ansieht – nach zwei Zugaben gänzlich zufrieden das Franz.

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