Sorge um Verwandte, Bekannte und Freunde in Japan

Von: stm
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Aachen. Thomas Hütte hat am Freitag, als in Japan die Erde bebte, sofort eine E-Mail geschrieben. Adressatin: Misa Nishimura. Vor einigen Jahren war sie als Austauschschülerin bei den Hüttes zu Gast, seitdem pflegt der Ingenieur, der im Vorstand der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in der Region Aachen - ihr Ziel ist vor allem die Förderung und Pflege wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Beziehungen - sitzt, einen engen Kontakt zu ihr und ihrer Familie.

Die mittlerweile 23-Jährige lebt nahe Tokio, hat inzwischen studiert und arbeitet in der Metropole. Thomas Hütte bekam eine E-Mail zurück: Der jungen Frau ginge es - den Umständen entsprechend - gut. Nur die Heimfahrt von ihrer Arbeitsstätte zur Wohnung in der „Nähe” - 80 Kilometer sind in Japan eher wenig - gelang nicht mehr, weil die Bahnen stillstanden.

Zwischenzeitlich hatten Hütte und Nishimura noch telefoniert: „Just in dem Moment gab es ein Nachbeben.” Doch die Mentalität der Japaner unterscheide sich da deutlich von der unseren. Nach kurzem Verharren ging das Telefonat nämlich weiter. „Unsereins wäre da wahrscheinlich sofort auf die Straße geflohen”, so der Ingenieur. Auch sei die Technikaffinität der Japaner völlig anders ausgeprägt: „Dort glaubt man, die Technik zu beherrschen - und mit der Technik die Welt beherrschen zu können”, erzählt Hütte.

Wie Misa Nishimura derzeit die Vorgänge in den Atommeilern erlebt, konnte Hütte nicht sagen. Gestern Nachmittag schickte er jedenfalls eine weitere Mail Richtung Tokio. Erneut in der Hoffnung auf eine - den Umständen entsprechend - beruhigende Antwort. Von großer Sorge ist auch der Blick der Mitglieder der Deutsch-Japanischen Kulturgesellschaft in Aachen geprägt, wie deren Vorsitzender und Bundestagsabgeordneter Rudolf Henke sagt. Im Umfeld der Gesellschaft gibt es Menschen, die Verwandte ausgerechnet im katastrophengeschüttelten Norden des Landes haben.

Gestoppt hat die Gesellschaft vorerst ein Infoschreiben, das eigentlich schon verteilt werden sollte. Darin geht es um die im November geplante große Reise der Gesellschaft nach Japan. Ob daraus allerdings noch etwas wird, ist laut Henke derzeit natürlich völlig offen.
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