Aachen - Sonntags offen? „Ehrliche” Debatte erbeten

Sonntags offen? „Ehrliche” Debatte erbeten

Von: Albrecht Peltzer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Diese Reaktion soll nach Möglichkeit schon im Vorfeld ausgeschlossen werden. „Die spinnen”, qualifizierte Manfred Piana, Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City, am 3. März dieses Jahres eine Entscheidung des Stadtrates ab.

Der hatte - für viele völlig überraschend - am gleichen Abend sämtliche verkaufsoffenen Sonntage für 2010 abgelehnt. Das Votum und Pianas spontane Reaktion lösten eine heftige Diskussion darüber aus, wie denn die Stadt Aachen mit dem Handel im Speziellen und dem verkaufsoffenen Sonntag im Allgemeinen umgeht.

Jetzt liegt sie wieder auf dem Tisch, die Wunschliste des Einzelhandels, an welchen Sonntagen im kommenden Jahr Shopping angesagt sein darf. 13 Termine an neun Sonntagen sind es in der Innenstadt und in den Bezirken. Wobei es nicht mehr als vier verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt sowie in den verschiedenen Stadtbezirken sind.

Jedem Streit darüber, was machbar und sinnvoll ist, soll durch Beratungen zwischen Handel und Politik die Grundlage entzogen werden. Bevor der Stadtrat seine Entscheidung fällt, soll bereits Klarheit herrschen. Wobei festzuhalten ist, dass die Frage nach verkaufsoffenen Sonntagen traditionell nicht an den Fraktionszwang gebunden ist. Eine knifflige, weil völlig offene Angelegenheit.

Strittig sind vor allem Sonntage, die vor oder nach einem Feiertag liegen. In diesem Jahr war das der 2. Mai - der Sonntag nach dem „Tag der Arbeit”, an dem traditionell die Arbeit ruht. Auch auf der aktuellen Wunsch-Liste des MAC steht ein Datum, das manch einem Ratsvertreter Bauchschmerzen macht. Am Sonntag, 2. Oktober 2011, sollen in der Innenstadt de Geschäfte öffnen - am Tag vor dem „Tag der Deutschen Einheit”.

SPD-Ratsherr Michael Servos geht in seinem Internet-Blog sogar so weit, dem Handel mangelnde Einsicht zu attestieren. „Lernt der MAC es wirklich nicht?”, fragt er. Es gehe doch darum, den „Prozess geschmeidiger zu machen und eine erneute Abstimmungsniederlage des MAC” zu vermeiden. „Meiner Meinung nach haben die Damen und Herren nicht zugehört”, meint Servos.

Schließlich habe man eine Zustimmung zur Ladenöffnung daran gekoppelt, dass es „einen ehrlichen Anlass für die Öffnung” gebe und dass dieser Sonntag „nicht in ein verlängertes Wochenende fallen” dürfe. Servos stößt sich dabei nicht nur an dem Sonntag vor dem Tag der Deutschen Einheit, sondern auch an dem 6. November. Den habe der MAC als „Start in die Vorweihnachtszeit” tituliert - und Servos hegt arge Zweifel, ob dies ein „ehrlicher Anlass” sei.

Beim MAC übt man sich in Gelassenheit. Manfred Piana: „Das ist eine erste Vorschlagsliste.” Natürlich sei der 2. Oktober „für den Handel ein wichtiger Tag”. Aber dass der Konfliktpotenzial bietet, glaubt Piana nicht. „Wir gehen davon aus, dass es eine einvernehmliche Lösung für 2011 gibt.”

So ist auch der Tenor bei den Ratsfraktionen. Die wollen jetzt intern beraten und sich dann mit dem MAC erneut zusammensetzen. Dass anschließend noch einmal einer sagt „die spinnen”, wollen alle Beteiligten ausschließen.
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