Sonja Wirth braucht schon Ergebnisse für Olympia 2016

Von: Heribert Förster
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Wenn Sonja Wirth bei den olympischen Spielen dabei sein will, muss die Judoka des Brander TV auch schon 2014 Ergebnisse vorweisen. Foto: Thomas Radermacher

Brand. Der Weg ist noch weit, aber die ersten Schritte werden schon jetzt in Angriff genommen. Wenn Sonja Wirth, 22 Jahre jung, in zweieinhalb Jahren im Flugzeug mit der deutschen Olympia-Mannschaft sitzen möchte, muss die Judoka des Brander TV auch schon 2014 Ergebnisse vorweisen.

Das erste steht seit dem vergangenen Wochenende (1./2. Februar) in den Ergebnislisten: Platz sieben bei den European Open in Sofia. Sonja ist mit durchwachsenen Gefühlen aus der bulgarischen Hauptstadt heimgeflogen, „es war okay, aber es war nicht gut“. Im ersten Kampf war die Rumänin Violeta Dumitru, 31. der Weltrangliste, die Gegnerin von Sonja Wirth, derzeit auf Platz 60 in der Welt gelistet.

„Das war ein ganz guter Kampf“, sagt die in Köln lebende Studentin, mit einer Wazari-Wertung (ein halbes Ippon, bei zwei Wazari ist der Kampf auch gewonnen) und einer kleinen Wertung (Yuko) dominierte die Branderin das Duell. Gegnerin im Kampf um den Einzug ins Pool-Finale war die Ukrainerin Tetyana Dzabrailova (Nr. 56. der Welt). „Tja, ich habe einen Fehler gemacht, und so was wird beim Judo direkt bestraft“, berichtet Sonja, die am Ende noch einmal alles versuchte, den Kampf aber nicht mehr drehen konnte.

„Ich weiß nicht, wie es nach fünf Minuten ausgesehen hätte“, fragt sich die Psychologie-Studentin, die gerne länger auf der Matte gestanden hätte. Nach einer neuen Regel dauern die Kämpfe jedoch nur noch vier Minuten. In der Trostrunde kassierte Wirth dann drei Verwarnungen gegen die Italienerin Valentina Moscatt (Nr. 19 in der Welt), belegte Rang sieben und kam zu dem schon erwähnten Fazit: „Es war okay, aber es war nicht gut.“

Dieses Motto könnte auch als Titel über dem gesamten ersten Monat des neuen Jahres stehen. Das fing an mit „ganz, ganz, ganz viel Training“, erst Lehrgänge in verschiedenen NRW-Städten, dann ein Trainingslager im österreichischen Mittersill. „Und dann ist es einfach doof gelaufen.“ Statt auf der Matte bei den Deutschen Meisterschaften in Ettlingen Mitte Januar die Gegnerinnen flach zu legen, lag die 22-Jährige selbst flach. „Ich bin nicht der Typ, der sich oft verletzt. Aber wenn es zu viel wird, werde ich schnell krank“, weiß Sonja Wirth, die sich vor der DM schlapp und müde fühlte. Lehren zu ziehen falle indes schwer, sagt Sonja Wirth, die sich auch in Zukunft auf ihr Gefühl verlassen will, um zu entscheiden: Muss ich etwas kürzer treten, mache ich den Randori (Übungskampf) noch oder lasse ich ihn aus.

In Spa hat sie am Dienstag (4. Februar) schon wieder auf der Matte gestanden, ein kurzes Trainingslager in Belgien stand auf dem Plan der Auswahlkämpferin, deren erstes großes Turnier für dieses Jahr schon in wenigen Wochen ansteht. Der Grand Prix in Düsseldorf ist nicht nur die herausragende Judo-Veranstaltung in Deutschland, sie ist auch das erste Schaulaufen mit Blick auf Rio 2016. Denn in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm gehen neben Sonja Wirth auch die beiden weiteren deutschen Kandidatinnen für ein Olympia-Ticket auf die Matte.

Kay Kraus (Nr. 16 der aktuellen Weltrangliste) und Katharina Menz (79.) werden wie Sonja Wirth am Freitag, 21. Februar, in Düsseldorf um Weltranglistenpunkte kämpfen. Dabei wird Sonja Wirth auf die Unterstützung ihrer Eltern, sonst Stammgäste bei „heimatnahen“ Turnieren, verzichten. Nachdem in Düsseldorf zuletzt immer nur samstags und sonntags Kämpfe anstanden, wurde das Turnier in diesem Jahr wegen der großen Teilnehmerzahl auf drei Tage ausgedehnt. Und am Freitag, wenn ihre Tochter auf die Matte geht, müssen Sonja Wirths Eltern arbeiten.

Unsere Zeitung wird Sonja Wirth auf ihrem Weg in den nächsten zweieinhalb Jahren begleiten, der 2016 mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro enden soll.

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