Solidaritätskollekte der Kirchen unterstützt Arbeitslose in der Region

Von: Marie Eckert
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Arbeitslosen eine Perspektive bieten: Holger Brantin (Sprecher des Katholikenrats Aachen-Stadt), Autorin Undine Zimmer, Hans-Peter Bruckhoff (Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen) und Gerd Mertens (Büro der Regionaldekane) hoffen auf die Solidarität der Christen auch im Rahmen der Kollekte am kommenden Wochenende. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Bei der Solidaritätskollekte der Kirchen geht es vor allem um Würde, und – wie der Name schon sagt – um Solidarität mit den arbeitslosen Menschen. Egal ob Langzeitarbeitslosigkeit oder aber unsichere Beschäftigungen: Allein in der Aachener Region sind Zehntausende Menschen betroffen.

Mehr als 50 Arbeitslosenprojekte unterstützt das Bistum Aachen, über 2500 Menschen nehmen diese Angebote von Beratung, Begleitung, Bildung und Arbeit täglich wahr. Die kirchlichen Projekte können die Arbeitslosen zwar unterstützen, aber das grundsätzliche gesellschaftliche Problem besteht trotzdem. „Die Kirchen setzen sich daher auch für politische Antworten ein“, betonte Gerd Mertens, Referent im Aachener Büro der Regionaldekane.

Gerade Menschen, die Hartz IV beziehen, erlebten neben alltäglichen Schwierigkeiten oftmals Ausgrenzungen, sagte Holger Brantin, Sprecher des Katholikenrats Aachen-Stadt. „Teilweise fehlt das Geld, um an Veranstaltungen oder gesellschaftlichen Ereignissen teilzunehmen.“ Und Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, fügte hinzu: „Wir müssen uns fragen, wollen wir in so einer Gesellschaft leben, in der manche aussortiert werden?“ Außerdem, so Bruckhoff weiter, sei es wichtig, zu hinterfragen, was die Arbeitslosigkeit für die betroffenen und beteiligten Menschen bedeute und wie sie damit umgehen.

Wie es sich anfühlt, in einer Familie aufzuwachsen, die Sozialhilfe bezieht, weiß Undine Zimmer genau. Das liegt daran, dass sie in einer ebensolchen Familie groß geworden ist. Inzwischen hat sie ein Buch geschrieben, über ihre Kindheit am Rande der Gesellschaft. Ein Buch, das als Beispiel-Geschichte für sozial benachteiligte Familien jenseits der Hartz-IV-Klischees stehen soll, wie sie sagte. Thematisch passend zur Solidaritätskollekte der Kirchen am 7. und 8. Mai - daher las sie am vergangenen Freitag im Gemeindesaal von St. Foillan aus ihrem Buch und stellte heraus, wie wichtig es sei, Mut zu haben oder Mut gemacht zu bekommen.

Genau dort setzen die Projekte der Kirchen an: „Sie sollen Mut machen, und zwar auch denen, die aus der Leistungsgesellschaft herausgefallen sind“, erklärte Renate Weidner, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes. Die Solidaritätskollekte helfe neben Spenden und Kirchensteuer dabei, solche Maßnahmen durchzuführen. Gerade in Aachen und der Region habe sich das Problem der Armut und Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt, betonte Brantin. „Diese steigenden Zahlen machen zwar Angst, aber auch Mut, dass wir weiterarbeiten müssen.“

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