Solidaritätsfest für Menschen ohne Arbeit

Von: Svenja Pesch
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Aachen. Acht Jahre lang haben viele Sportler ihre Schuhe geschnürt und Kilometer für den guten Zweck zurückgelegt: Sie haben sich solidarisch mit Menschen ohne Arbeit gezeigt.

Insgesamt über 200.000 Euro sind dabei über die Jahre zusammengekommen. Dieses Jahr findet nun erstmalig kein Solidaritätslauf, sondern ein Solidaritätsfest statt. Am 20. September steigt die Fete rund um den Elisenbrunnen.

Der traditionelle Lauf, vorbeigehend an Markt und Katschhof, ist aufgrund anderer Events im Rahmen des September-Specials sowie dem Ende der Karls-Ausstellungen gesperrt. Aber entfallen darf diese Aktion deshalb auf keinen Fall, so Gerd Mertens vom Bistum Aachen: „Die Solidarität für Langzeitarbeitslose darf nicht aufhören, denn ihre Belange und Ängste rücken leider viel zu oft in den Hintergrund.“

Im Rahmen der Veranstaltung werden einige Betroffene über ihr Schicksal sprechen und über ihre Erfahrungen mit Projekten zur Minimierung von Langzeitarbeitslosigkeit. Alois Poquett ist Vorstandsmitglied von „Pro Arbeit“, dem Dachverband der Arbeitslosenprojekte. Er hofft vor allem, dass man mit der Thematik konstruktiv und sensibel umgeht: „Der Alltag von arbeitslosen Menschen ist oftmals sehr schwer. Denn vor allem wenn es um gesellschaftliche Teilhabe geht, funktioniert das meist nur über Beschäftigung. Demzufolge grenzen sich die Arbeitslosen aus, obwohl sie eigentlich gerne dabei wären.“

Um ein deutliches Zeichen für ein Miteinander zu setzen, wird an dem Tag auch das „längste Brot angeschnitten“. Dieses wird gut zehn Meter lang sein und untereinander aufgeteilt. Das Essen an einer Tafel hat dabei natürlich auch eine symbolische Aussage und unterstreicht den Zusammenhalt innerhalb der christlichen Gemeinschaft. „Uns fällt auf, dass die Motivation der Langzeitarbeitslosen steigt, nur die Mittel eben nicht. Bei dem Fest sehen wir die Gesichter, die hinter irgendwelchen Zahlen und Statistiken stehen“, so Superintendant Hans-Peter Bruckhoff. Er ergänzt, dass zudem eventuelle Vorurteile abgebaut und Kontakte geknüpft werden können. Neben dem gemeinsamen Essen gibt es ein buntes Rahmenprogramm mit Livemusik, Tombola und einer Laufschuhaktion. Dabei können die ausgelatschten Sportschuhe abgegeben werden. Der Runners-Shop spendet für jedes Paar fünf Euro.

Gerade für die Aachener ist das Solidaritätsfest besonders wichtig, denn während die bundesweite Quote der Langzeitarbeitslosen bei 7,3 Prozent liegt, ist Aachen mit 8,7 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. „Allein, wenn der Funke, der ausgesendet wird, bei den Besuchern ankommt und man gemeinsam ein Fest feiert, dann ist damit schon sehr viel getan“, ergänzt Poquett.

 

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