Aachen - So wird Energie in den Campus gesteckt

So wird Energie in den Campus gesteckt

Von: Thorsten Karbach
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Volle Energie: Der Campus der RWTH Aachen wird zusehends größer. Die Stawag sorgt für Fernwärme, eine schadstoffarme Technik für die Stadt Aachen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es wird viel Energie in den Campus gesteckt, das ehrgeizige Projekt nimmt Gestalt an. Und die Stawag sorgt dabei für Fernwärme. Klimaschutz, Luftreinhaltung – das Thema Energie wird heftiger diskutiert denn je. Der Campus soll seinen Beitrag leisten. Fernwärme gilt dabei als energieeffiziente und vor allem schadstoffarme Technik.

Häuser brauchen weder Öfen noch Tanks oder Schornsteine. Für Aachen bedeutet das: Die örtliche Emissionen allein von Kohlenstoffdioxid lag laut Stawag 1986 noch bei rund 120.000 Tonnen im Jahr. Dann wurde die Fernwärme ausgebaut, die alten Heizwerke in der Wespienstraße, in Hanbruch und Mariabrunnstraße verfeuerten keine Kohle mehr, und der CO2-Ausstoß sank im Aachener Talkessel auf weniger 10.000 Tonnen im Jahr.

Die Emissionen fallen zumindest nicht in Aachen an. Die Fernwärme für Aachen kommt als Auskopplung aus dem Kraftwerk in Weisweiler. De facto wurde in der Kaiserstadt ein Verbundsystem installiert: Alles, was über die 85 Megawatt hinaus geht, die aus Weisweiler nach Aachen geleitet werden, kommt aus eigenen kleinen (Block-)Heizkraftwerken der Stawag mit einer zusätzlichen Gesamtleistung von 4,3 Megawatt. Bisherige kleine Inselnetze kommen hinzu wurden an das große Netz angeschlossen.

An der RWTH ist Fernwärme schon lange ein heißes Thema. Es gibt ein eigenes Hochschul-Netz, das in der Wüllnerstraße mit dem Stawag-Netz verbunden ist. Die RWTH-Gebäude im Stadtzentrum hängen längst an der Fernwärme. Auf Melaten hat die TH ein eigenes Heizwerk. Als es darum ging, für Energie auf dem Campus zu sorgen, saß die Stawag mit der Campus GmbH und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW zusammen.

Am Ende lagen gemeinsame Pläne auf dem Tisch, und ein Vertrag mit dem BLB wurde über bei Campus-Bereiche – Melaten und Westbahnhof – geschlossen. „Technisch stehen wir bereit“, erklärt Wolfgang Hyrenbach für die Stawag. Richtung Melaten wurde die Leitung von Hörn/Muffet aus verlängert, liegt entlang des Campus-Boulevards. Wer dort baut, das Cluster Logistik steht ja schon, wird angeschlossen. „Es passt in unser Konzept, Fernwärme strategisch voranzutreiben und unser Netz zu verdichten und abzubauen“, erklärt Hyrenbach.

Zwischen 1997 und 2013 hat die Stawag dem Absatz von Fernwärme um 50 Prozent erhöht – von 230 auf 365 Millionen Kilowattstunden. Wobei ein vierköpfiger Haushalt laut Stawag 40.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht. Die Zahl der Kundenanschlüsse ist im gleichen Zeitraum von 760 auf knapp 1300 gestiegen – wobei diese Kunden nun auf neue Tarife treffen (siehe Infokasten).

Der Ausbau des Netzes geht natürlich nicht reibungslos vonstatten – denn es muss gebuddelt werden. Um in Burtscheid das Netz zu schließen muss mal wieder unter Krugenofen und Hauptstraße gegraben werden. Aber nur so können der Bereich Rheumaklinik/Schwertbad mit den notwendigen vier bis fünf Megawatt versorgt werden. Und letztlich kann die Fernwärme helfen, den Titel „Bad“ zu schützen.

In der Stolberger Straße wurden und werden Feuerwache, Moschee und Geschwister-Scholl-Gymnasium ans Netz angeschlossen. Der Ausbau insbesondere Richtung Campus bedeutet aber auch Modernisierung. In Muffet und auf dem Kronenberg musste bereits viel alte Technik ausgetauscht werden. Auf der Hörn waren Häuser ohne Wärmetauscher direkt ans Netz angeschlossen. Der Druck hätte vier Bar und die Temperatur 100 Grad nicht überschreiten dürfen. Doch für den Campus braucht es Leistungsreserven, die diese Grenzen überschritten hätten. Also wurde nachgebessert.

Gut sieben Megawatt mittels Fernwärme werden aus dem Stawag-Netz für den Campus bereitgestellt. Das sollte in den nächsten Jahren reichen. Im Moment liegt die genutzte Leitung vor Ort bei einem Megawatt. Doch wenn alles bebaut und bezogen ist? Für diesen Fall gibt es bereits Pläne für ein ergänzendes Blockheizkraftwerk, welches an das alte Heizwerk der TH angedockt werden könnte.

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