So sollen Jodtabletten im Ernstfall verteilt werden

Von: ps
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Die viel diskutierte Vorverteilung dieser Tabletten wird über drei Monate im Laufe dieses Jahres erfolgen. Foto: Oliver Berg/dpa

Aachen. Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz rückte das Akw Tihange in den Mittelpunkt. Die Verwaltung war beauftragt, ein zeitnahes Konzept für die Verteilung der Jodtabletten zu erstellen. Dr. Markus Kremer, zuständiger Beigeordneter, schilderte den Politikern das Ergebnis.

Das Thema wurde in drei Bereiche unterteilt: die Verteilung der Tabletten im Ereignisfall, die Organisation der Vorverteilung sowie die Bürgerinformation. Stadt Aachen, Städteregion sowie Düren, Euskirchen und Heinsberg haben in den Arbeitsgruppen mitgewirkt und man hat sich darauf verständigt, im Ernstfall auf bekannte Strukturen zurückzugreifen. Deshalb werden die Jodtabletten im Ernstfall in den bekannten Wahllokalen an die Bürger verteilt, an zwei bis drei Funktionsstellen pro Ausgabeort werden die Menschen mit den Medikamenten versorgt.

Die viel diskutierte Vorverteilung dieser Tabletten wird über drei Monate im Laufe dieses Jahres erfolgen. Hier werden die Aachener über ein Bestellformular haushaltsbezogen ihre Einheiten bestellen können. Um dies zu gewährleisten, wird ein Programm entwickelt, welches jedem Antragsteller für seinen Haushalt die entsprechenden Mengen zuweist, zugeschnitten auf Personen, Alter und Anzahl der im Haushalt lebenden Menschen. Die Umsetzung erfolgt nur ein Mal. Die Tabletten haben eine Haltbarkeit bis 2021, was danach passiert, wird in den kommenden Monaten diskutiert.

Die Bezugsscheine für den Erhalt der Tabletten sollen vornehmlich online zugesandt werden, aber auch die herkömmlichen Kommunikationswege sind berücksichtigt. Mit diesen Bezugsscheinen kann jeder Bürger in seiner Apotheke die entsprechenden Mengen abholen, gleichzeitig findet dort die medizinische Information über die Handhabung, Einnahme und Nebenwirkungen der Medikamente statt. Die generelle Information zum Thema Tihange, Super-GAU und Jodtabletten wird ab April mit Hilfe einer Broschüre erfolgen, in der die meisten Fragen zum Thema beantwortet werden.

Aachen ist hier in der Vorreiterrolle. Bürger sollten sich auf der Internetseite der Stadt Aachen mit den Sirenensignalen vertraut machen, hier findet man auch Verhaltensregeln für den atomaren Notfall. Im Ereignisfall sollte man das Radio einschalten und auf Lautsprecherdurchsagen von Polizei- oder Feuerwehr hören. Ob Kitas und Schulen extra bevorratet werden, wird noch diskutiert, die Zeit sollte im Notfall reichen, die Kinder nach Hause zu holen. Kremer machte darauf aufmerksam, dass die Einnahme der Jodtabletten nur ein Baustein der Vorsorge ist, wichtig sei zu verhindern, dass Schadstoffe in den Körper gelangen.

Die Mitglieder des Ausschusses zeigten sich durch die Bank erfreut, dass die Verwaltung ein verständliches und gut umsetzbares Konzept für die Menschen zum Thema Tihange erstellt habe.

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