„Skills-Olympiade“: Angehende Mediziner wetteifern um Preise

Von: Leon Kirschgens
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Lebensrettung im Team: Bei der 3. Skills-Olympiade der Medizinischen Fakultät der RWTH traten etwa 30 angehende Mediziner an, um den Ernstfall unter Wettkampfbedingungen zu erproben. Foto: Andreas Steindl
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Organisiert wurde die 3. Skills-Olympiade der Medizinischen Fakultät der RWTH unter anderem von Felix Wenzel. Foto: Andreas Steindl

Aachen. An der „Skills-Olympiade“ können Studierende des Fachs Medizin ab dem vierten Semester teilnehmen. Ziel des Wettbewerbs ist, dass die Teilnehmer praktisches Training erhalten und für den Ernstfall üben. Aber natürlich steht auch der Spaß an der Sache im Vordergrund.

Herr B., ein 73-jähriger Kfz-Mechaniker, verspürt plötzlich immer schlimmere Schmerzen in der linken Schulter. Die Rettungssanitäter sind bereits alarmiert. Nun setzt beim Patienten auch noch Atemnot ein. Der Rettungswagen ist schließlich vor Ort, doch startet der Motor nicht wieder, um zum nächstgelegenen Krankenhaus zu fahren. Es dauert nicht lange, da versagt die Atmung des Patienten vollständig…

Was genauso gut ein Ernstfall hätte sein können und zum Alltag von Rettungssanitätern gehört, ist diesmal bloß eine Übung gewesen. Bei der dritten Aachener „Skills-Olympiade“ sind jetzt wieder etwa 30 Medizinstudenten in sechs Teams angetreten, um den Ernstfall unter Wettkampfbedingungen zu erproben. Studierende aller medizinischen Richtungen ab dem vierten Semester konnten bei dem Wettbewerb teilnehmen, bei dem Preise im Gesamtwert von 1000 Euro zu gewinnen waren.

Eine Übung fand im besagten Rettungswagen (RTW) statt, dessen Motor nicht anspringt. Die angehenden Ärzte mussten nun in Teams den Dummy-Patienten in dem engen RTW wiederbeleben und sich gleichzeitig um die Angehörigen kümmern. „Hier in dem RTW ist es eng, heiß und stickig – also die maximale Stresssituation für die Sanitäter“, sagte Felix Wenzel, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Aixtra und Mitorganisator der Skills-Olympiade. Doch genau jene Stresssituation sei Sinn der Übung: „Die Studierenden sollen lernen, auch in Ausnahmesituationen die Ruhe zu bewahren und im Team zu arbeiten“, sagte Wenzel.

Wer kümmert sich um die Angehörigen, wer bedient den Defibrillator? Es sind Softskills wie Teamwork, Schnelligkeit und Besonnenheit, auf die es bei der Olympiade letztlich ankam. Die Konstellation der Teams habe dabei nochmal die Übung erschwert. „Die Teilnehmer kennen sich untereinander nicht und müssen binnen weniger Minuten entscheiden, wer was übernimmt“, sagte Wenzel. Die Übungen sollten dabei so nah wie möglich an die Realität angelehnt sein. „Die meisten Studierenden kommen hier vermutlich zum ersten Mal mit einen echten Defibrillator mit 150 Joule in Berührung und müssen entsprechend aufpassen“, sagte er. 20 Minuten dauerte eine Übung, sieben mussten die angehenden Medizinder meistern. So mussten sie zum Beispiel einen aufgeschlitzten Fahrradschlauch, der eine Schnittwunde simuliert, möglichst fadensparend vernähen.

So ernst die Situationen auch inszeniert wurden, so wichtig sei auch, dass der Spaß nicht zu kurz käme, sagte Wenzel. Schließlich sei es der Spaß, der die Studierenden neben den Preisen zur Teilnahme motiviere. So sahen es auch die 21-jährigen Medizinstudentinnen Anne Beeretz und Myriam Rockel, die zum zweiten Mal bei der Skills-Olympiade waren: „Ich schätze es, sich neben den praktischen Übungen auch mit den anderen Studierenden austauschen zu können“, sagte Beeretz. Schließlich kämen hier Studierende aus dem vierten bis zum zehnten Semester zusammen. Nach sieben schweißtreibenden Übungen ließ sich dieser Austausch dann beim Grillen fortführen.

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