Aachen - Skandal erschüttert den Aachener Stadtbetrieb

Skandal erschüttert den Aachener Stadtbetrieb

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
Müllmann
Acht Mitarbeiter des Aachener Stadtbetriebs sind vom Dienst freigestellt worden. Archivbild: dpa

Aachen. Der Aachener Stadtbetrieb wird von einem Skandal erschüttert. Und sollten sich alle Verdachtsmomente erhärten, dann müsste ein regelrechter Sumpf trockengelegt werden. Es geht um Vorwürfe der illegalen Entsorgung von asbestverseuchten Nachtspeicheröfen, des Drogenmissbrauchs, möglicherweise der Unterschlagung und noch einiges mehr.

Acht Mitarbeiter sind vom Dienst freigestellt worden, wie die Stadt bestätigte. Mehr sagt man allerdings mit Verweis auf Ermittlungen nicht. Die Stadt hat jedenfalls vergangenen Freitag Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Allerdings, so deren Sprecher Robert Deller, richte sich die Anzeige gegen „Unbekannt“ und betreffe nur den Vorwurf der illegalen Entsorgung.

Im Mittelpunkt des Falls steht ein Bauhof im Stadtteil Haaren. Zwei Mitarbeiter haben nach Informationen unserer Zeitung gegenüber dem zuständigen Dezernenten „ausgepackt“ und dabei auch Beweismaterial wie etwa Fotos vorgelegt. Schon vor Wochen sollen sie dies gegenüber der Betriebsleitung getan haben. Nachforschungen hätten aber zu keinen Ergebnissen und somit auch zu keinen Konsequenzen geführt. Nachdem die Sache nun auf höherer Ebene angelangt ist, schaut man offenbar noch einmal genauer hin. Unter anderem soll ein Dutzend Nachtspeicheröfen in einen alten Steinbruch im Aachener Ortsteil Hahn geworfen worden sein.

Tatsächlich wurden dort jetzt bei einer ersten Überprüfung Geräte gefunden. Ob es sich um private oder städtische Öfen handelt, die eigentlich über eine Firma regulär – und teuer – entsorgt werden sollten, ist noch unklar. Auch, ob damit ein Geschäft gemacht wurde. Ein Mitarbeiter soll im Rahmen einer nur bis 2010 genehmigten Nebentätigkeit einen Betrieb gehabt haben, in dem er auch Kollegen aus dem Stadtbetrieb beschäftigte – während der Arbeitszeit. Fotos sollen überdies dokumentieren, dass städtisches Material aus dem Bauhof mit einem Privat-Pkw abtransportiert wurde. Zudem soll es Hinweise geben, dass der Bauhof als Autowerkstatt missbraucht wurde und auf dem Gelände Drogen konsumiert wurden. Wegen dieser Vorwürfe ist allerdings bisher keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingegangen.

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