SinnLeffers baut neue Etagen am Aachener Markt

Von: Robert Esser
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Nicht jammern – klotzen: SinnLeffers-Geschäftsführer Johannes Liebens hat das Modehaus gerade über drei Monate umgebaut. Jetzt wird der Erweiterungsbau auf 8200 Quadratmeter geplant.
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Wann die alte Wehmeyer-Immobilie abgerissen wird, ist unklar: Die Adalbertstraße ist im Visier des Mode-Filialisten Peek & Cloppenburg.
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Nicht jammern – klotzen: SinnLeffers-Geschäftsführer Johannes Liebens hat das Modehaus gerade über drei Monate umgebaut. Jetzt wird der Erweiterungsbau auf 8200 Quadratmeter geplant.

Aachen. Bauen ist groß in Mode. Das kleidet die Einkaufstadt Aachen. Während am Kaiserplatz das Aquis Plaza mit 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche für 130 Geschäfte in den Himmel wächst, sieht man anderswo dunkle Wolken aufziehen – weil Einzelhändler im historischen Altstadtkern die Verschiebung von Kundenströmen befürchten. Einige jammern, andere investieren gerade jetzt in ihre Zukunft – und expandieren.

Beispielhaft geht hier das Modehaus SinnLeffers voran. Nach dreimonatiger Umbauphase hat das Traditionshaus sein Portfolio an Mode und Marken auf 6800 Quadratmetern erheblich erweitert – und plant schon den nächsten großen Coup: Die Verkaufsfläche an der Ecke zur Mostardstraße soll bis Ende 2016 auf zwei Etagen um weitere 1400 auf insgesamt 8200 Quadratmeter steigen.

„Wir sind seit 155 Jahren hier an der Großkölnstraße beheimatet“, erklärt Geschäftsführer Johannes Liebens. „Wir glauben an diesen Standort in der Altstadt in unmittelbarer Nähe zu Markt und Rathaus. Aber Stillstand wäre ein großer Fehler. Wir müssen uns weiter entwickeln, den Kunden Neues in bewährter Qualität bieten“, sagt er. Dafür braucht SinnLeffers mehr Platz.

Den gibt es auf dem Parkplatz hinter dem Modehaus. „Die Stellplätze für unsere Kunden stehen auch nach dem Anbau zur Verfügung, sie werden auf zwei Etagen überbaut“, erläutert Liebens. Auch das wird am morgigen Samstag, wenn SinnLeffers den Umbau ab 11.30 Uhr mit exklusiven Modenschauen im Haupthaus feiert, für Gesprächsstoff sorgen.

Gegenüber hat sich auf der Großkölnstraße das ehemalige „SinnLeffers Young Haus“ – ins frühere Roxy-Kino implantiert – in einen „U1“-Store verwandelt. Dort soll der fashionbegeisterte Nachwuchs die jüngsten Modetrends finden. 140 Mitarbeiter zählt SinnLeffers in Aachen. Man ist davon überzeugt, dass die Investitionen die Einkaufsachse Großkölnstraße weiter in Schwung bringen wird – auch wenn Kundschaft ab Ende November zur Eröffnung auf das Aquis Plaza abfährt.

Apropos fahren: Liebens wünscht sich zur Attraktivierung der Altstadt von der Politik die lange versprochene Busanbindung des Marktes und nach dem Abriss des Parkhauses am Büchel einen Neubau für Kunden-Karossen an der Großkölnstraße. In Frage kommt dafür ein Grundstück nebenan, auf dem der Moderiese Peek & Cloppenburg über viele Jahre leer stehende Geschäftslokale vergammeln ließ. Das Interesse von P & C an der Kaiserstadt ist nämlich ganz anderer Natur.

In der Adalbertstraße wolle man das verwaiste Wehmeyer-Haus und zwei Nachbargebäude dem Erdboden gleich machen und dann einen eigenen Modemarkt mit mehreren tausend Quadratmetern hochziehen, heißt es. Die Stadt hält dem Vernehmen nach derzeit noch Abrissgenehmigungen zurück, um dort kein zweites Kaiserplatzgalerie-Desaster zu erleben.

Die Firmenzentrale von P & C in Düsseldorf hüllt sich vielsagend in Schweigen. „Wir bitten um Verständnis, dass wir standortbezogene Fragen erst beantworten können, wenn sich eventuelle Pläne konkretisiert haben“, teilt eine Firmensprecherin auf AZ-Anfrage mit.

Dabei stehen längst konkrete Verhandlungen vor dem Abschluss. Bloß: Mit Ruhm bekleckert hat sich P & C in Aachen – siehe Schrott-Immobilien auf der Großkölnstraße – bislang nicht gerade. Was die Skepsis hiesiger Gesprächspartner erklärt.

So sind es traditionelle Aachener Einzelhandelshäuser, denen die positive Entwicklung der heimischen Einkaufsstadt wirklich am Herzen liegt. Wie Herrenausstatter Wienand. Am anderen Ende der Großkölnstraße, an der Hotmannspief, erweitert Frank Wienand jetzt das Modegeschäft, das seine Eltern dort vor 46 Jahren gegründet haben.

„Ja, es ist ein großer Schritt“, sagt der Spezialist für Maßkonfektionen. Die Verkaufsräume wachsen um 50 Prozent auf 700 Quadratmeter. Auch er baut auf die Anziehungskraft des Handels in der historisch gewachsenen Innenstadt. Damit die City noch mehr in Mode kommt.

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