Sind die „Haudegen“ des ATG-Winterlaufs

Von: Peter Schopp
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Im Laufschritt durch die Jahrzehnte: Hubert Stenten (Sieger des ersten Winterlaufs), der heutige Winterlauforganisator Günter Drießen und Lothar Plaßmann (von links). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Herren sind nicht böse, wenn sie als „alte Haudegen“ bezeichnet werden. Obwohl sie keine Faustkämpfer sind, sondern seit Jahrzehnten der Leichtathletikabteilung der Aachener Turn-gemeinde (ATG) angehören. Hubert Stenten und Lothar Plaßmann sind Urgesteine im besten Sinne und bis heute im Verein tätig und aktiv.

Wenn am 6. Dezember der 53. Winterlauf der ATG gestartet wird und die Anstrengungen der Athleten beginnen, haben die beiden schon eine Menge Arbeit erledigt. Früher, ja früher haben sie noch ganz andere Sachen gemacht. Bekannt sind Plaßmann und Stenten wegen der damals sehr guten Leistungen auf den Laufstrecken, Plaßmann nur auf den kurzen, Stenten auch auf den etwas längeren Distanzen.

Später dann tauchen sie bei den großen Wettbewerben für die älteren Semester auf. Europameisterschaften, Weltmeisterschaften, Göteborg 1977, Viareggio 1978, Hannover 1979, Neuseeland 1981, die Daten sprudeln aus den beiden heraus – und der Stolz über diese Höhepunkte ist nur zu verständlich.

Und doch gibt es da noch einen weiteren Meilenstein in der sportlichen Vita von Plaßmann und Stenten, der als solcher zunächst nicht erkennbar ist. Gemeinsam mit ihrem Vereinskameraden Klaus Wintgens, der 2009 stirbt, haben sie die „Schnapsidee“ zu einem Orientierungslauf vom Vichtbachtal zum Sportgelände am Chorusberg. Daraus entsteht im Jahre 1963 das, was sich heute mit dem schönen Wort „Kultveranstaltung“ umschreiben lässt: Der Winterlauf ist geboren.

Der erste Sieger heißt – Hubert Stenten, damals noch mit Karte und Kompass unterwegs. „Eine Streckenführung wie heute gab es damals nicht“, schwelgt er in Erinnerungen. Man sei auch schon einmal über Zäune geklettert und durch Bäche gewatet. „Bei 30 Zentimeter hohem Schnee“, legt er Wert auf die Feinheiten. Da Plaßmann aber nur die ganz kurzen Strecken mag, ist er nicht als Aktiver, sondern als Zeitnehmer aktiv. „Im Auto mit Stoppuhr vor dem Feld her“, erinnert er sich noch an die „urzeitlichen“ Anfänge des Winterlaufs.

Mit den wachsenden Teilnehmerzahlen ist die Veranstaltung aber nicht mehr als Orientierungslauf durchführbar, so dass mit Beginn der 1970er Jahre die Streckenführung auf den heutigen Stand gebracht wird. Das sind die Jahre, in denen Stenten zunächst den Startschuss gibt, sich umzieht und dann am Feld vorbei noch auf den dritten Platz läuft.

Mittlerweile haben Plaßmann und Stenten die Intensität ihrer sportlichen Aktivitäten dem Alter angepasst. Aber hinter den Kulissen, da sind sie immer noch dabei. Stenten ist bis heute zu als Starter und anschließend im Besenwagen eingesetzt, Plaßmann kümmert sich am Chorusberg um Ummeldungen und Startnummernvergabe. Beide hoffen, dass der Winterlauf noch lange im Programm der ATG steht, denn die Auflagen sind in den letzten Jahren immer umfangreicher geworden.

Ihnen tun die Polizisten leid, die am Veranstaltungstag die Absperrung der Straßen überwachen. „Was die Jungs sich manchmal anhören müssen, ist unglaublich“, plädiert Stenten für mehr Gelassenheit. Dafür bedankt sich Cheforganisator Günter Drießen aber bei den Anwohnern: „Die Menschen hier im Umfeld zeigen immer großes Verständnis für uns.“

Das möchte er einmal herausheben und sich bedanken. Und richtet den Blick bereits ins neue Jahr. Am 13. Februar findet der Nobis-Printen-Crosslauf am Chorusberg statt, der erste Termin des Jahres in der ATG-Challenge. Wer sich dort anmeldet, hat die Startnummer für den Winterlauf 2016 bereits sicher. Plaßmann und Stenten sind jedenfalls wieder dabei.

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