Aachen - Silvester-Hausbesetzung kostet rund 100.000 Euro

Silvester-Hausbesetzung kostet rund 100.000 Euro

Von: Robert Esser
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Großeinsatz: Mehr als ein Dut
Großeinsatz: Mehr als ein Dutzend Polizeiautos und zig Beamte riegelten die Kasinostraße bis zum Sonntagabend ab. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Rund 100.000 Euro kostet der Polizei-Einsatz, den eine Gruppe Linksautonomer durch die Besetzung eines Hauses in der Aachener Kasinostraße verursacht hat. In der Silvesternacht waren nach Polizeiangaben rund 70 Vermummte in das denkmalgeschützte Gebäude eingedrungen.

Sie wollten in der angeblich ungenutzten Immobilie eine Art sozio-kulturelles Zentrum einrichten. Das Veranstaltungsprogramm war zunächst für eine Woche ausgelegt. Schon in der Nacht zum Montag zogen die Besetzer nacheinander kleinlaut unter den Augen der Polizei ab. Denn man hatte sich offenbar das falsche Haus ausgesucht. Der neue Eigentümer wird dort im historischen Ambiente bis zum Herbst - wie bereits lange bekannt - 42 Appartments für Singles und Pärchen bauen. Sogar der Bundestagsabgeordnete der Linken, Andrej Hunko, sprach von einer „peinlichen Angelegenheit”.

„Wir haben nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft keine Personalien der etwa 20 Besetzer, die bis zum Schluss drin waren, aufgenommen”, teilte Polizeidirektor Christian Außem mit. Da der Eigentümer seinen Strafantrag auf Hausfriedensbruch noch in der Nacht zurückgezogen hatte, habe man die jungen Leute unbehelligt laufen lassen müssen, bestätigte Oberstaatsanwalt Robert Deller. Vandalismus habe es nicht gegeben, somit lag kein Strafverfolgungsgrund vor.

Auf den Kosten für das Großaufgebot der Polizei, die sämtliche Straßen rund um das besetzte Haus fast 24 Stunden abgeriegelt hatte, bleibt der Steuerzahler sitzen. Zudem habe die Hausbesetzung in der ohnehin turbulenten Silvesternacht Folgen für die Sicherheitslage in Aachen gehabt. „Wir hatten eine Schlägerei nach der anderen und wurden zu massiven Auseinandersetzungen im Ostviertel und zum Spielcasino gerufen”, berichtete Außem. Weil viele Kräfte durch die Hausbesetzer gebunden waren, fehlte anderswo Personal.
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