Silvester: Die Polizei will auch in Aachen aufrüsten

Von: Oliver Schmetz
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Nach den Kölner Übergriffen will die Polizei in Aachen deutlich mehr Präsenz als in Vorjahren zeigen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Betrachtet man die massive Präsenz, die die Kölner Polizei in der Silvesternacht zeigen will, beginnt man unwillkürlich zu rechnen: 1500 Beamte der Landespolizei sollen rund um die Domplatte im Einsatz sein, um eine Wiederholung der massenhaften sexuellen Übergriffe und anderer Straftaten der vergangenen Silvesternacht zu verhindern.

Das sind zehn Mal mehr als an Silvester 2015, 1500 statt 150. Stellt sich die Frage, wo die alle herkommen sollen? Und vor allem: Wo dann in der Silvesternacht Polizisten fehlen werden?

Verstärkung für Köln

„In Aachen jedenfalls nicht“, sagt Paul Kemen für die hiesige Polizei. Im Gegenteil: „Wir werden auch hier deutlich mehr Polizisten im Einsatz haben als in der vergangenen Silvesternacht.“ Zwar habe es seitens der Kölner Kollegen durchaus die Bitte gegeben, die komplette Aachener Einsatzhundertschaft an den Rhein zu schicken, sagt der Polizeisprecher. „Aber wir werden diese nicht ganz abgeben.“

Etwa ein Drittel der Kräfte soll an Silvester in Aachen bleiben. Außerdem werde man den Wachdienst verstärken und mehr Streifenwagen auf die Straßen schicken. „In Spitzenzeiten werden sicher doppelt so viele Streifenwagen wie im Vorjahr unterwegs sein“, sagt Kemen.

Dabei hatte es in Aachen vor Jahresfrist „keine auch nur annähernd ähnlichen Vorkommnisse wie in Köln gegeben“, betont der Polizeisprecher. Und Hinweise, dass sich das in diesem Jahr ändern könnte, gebe es bislang ebenfalls „überhaupt keine“. Aber sicher ist sicher: „Wir müssen ja auch hier schnell eingreifen können, wenn etwas passiert.“

Mehr Sicherheit für die Bürger bedeutet allerdings auch weniger Silvesterspaß für die meisten Polizeibeamten. Während im Vorjahr noch Teile der Hundertschaft über den Jahreswechsel frei hatten, dürften diesmal die Überstundenberge kräftig anwachsen. Und das nicht nur bei der Landespolizei.

„Auch bei uns wird es ganz schwer sein, über Silvester freizunehmen“, sagt Bernd Küppers, der Sprecher der Bundespolizei in Aachen. „Aber so etwas wie im Vorjahr darf ja auch auf keinen Fall noch einmal passieren.“ Nach den Vorfällen im und am Kölner Hauptbahnhof stand seinerzeit auch die Bundespolizei heftig in der Kritik. Deswegen liege diesmal ein Einsatzschwerpunkt natürlich in der Domstadt am Rhein, sagt der Aachener Sprecher, der in der Silvesternacht selber dort Dienst schiebt – auf der Domplatte. „Aber wir werden auch in Aachen genügend Leute haben und Augen und Ohren offenhalten.“

Die üblichen Einsatzbrennpunkte

Das gilt auch für die Kräfte des städtischen Ordnungsamts, die an solchen Tagen wie Silvester, Karneval, 1. Mai oder Halloween in Sachen Sicherheit eng mit der Polizei kooperieren. „Auch wir werden deutlich mehr Ordnungskräfte auf die Straßen bringen als im Vorjahr“, sagt Fröhlke. Wo man dabei in der Innenstadt Schwerpunkte setzen werde, müsse in den nächsten Tagen noch im Detail mit der Polizei besprochen werden und bleibe nicht zuletzt auch in der Nacht selbst der Absprache zwischen den mobilen Einsatzleitungen vorbehalten, so der Ordnungsamtschef.

Die Polizei hat schon einige Orte im Blick, auf die man ein besonderes Augenmerk legen will. Wenig überraschend sind es die „typischen Lokalitäten“, so Kemen, die immer wieder als Einsatzbrennpunkte auftauchen: die Partymeile in der Pontstraße, der Markt, der Bereich rund um den Bushof und der Vorplatz des Hauptbahnhofs. Dort wird man an Silvester viele Uniformen zu Gesicht bekommen, wobei alle darauf setzen, dass es bei bloßer Präsenz bleibt. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Detlev Fröhlke, „rechnen aber nicht mit großen Ereignissen.“

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