Sief vier Tage lang vom Schützenfieber erfasst

Von: Günther Sander
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Königsvogelschuss und Bezirksschützenfest in Sief: Unter der Fahne steht die neue Königin Gina Zehn mit Prinzgemahl Siegfried, Schülerprinzessin Marie Laschet und Bürgerkönig Freddy Doum (Lichtenbusch). Foto: Martin Ratajczak
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Feuerten drei Salven in die Luft: die Böllerschützen, die eigens aus Breinig zum Bezirksschützenfest angereist waren. Foto: Martin Ratajcak

Sief. Den 125. Geburtstag haben die St.-Peter-und-Paul-Schützen von 1891 gleich an vier Tagen gefeiert. 125 Jahre alt, aber kein bisschen leise und müde. Im Gegenteil: Der bunten Programmvielfalt waren keine Grenzen gesetzt.

Immerhin galt es außerdem, das Bezirksschützenfest auszurichten. Ganz Sief befand sich im Schützenfieber, denn die Bruderschaft genießt im Dorf einen hohen Stellenwert.

Die Festtage wurden eröffnet mit einer Riesengaudi, für die Sepp und die Steigerwälder „Knutschbär’n“ sorgten. Zünftig bajuwarisch erlebte das Festzelt einen fetzigen Sturm aus dem Steigerwald, da hielt es keinen mehr auf den Sitzen.

Spannung hingegen beim Königsvogelschuss: Immerhin ging es um Jubiläums-Titel. Da wurden die Kandidaten frenetisch angefeuert und aufmunternd in den Kampf geschickt. Endlich standen die „Neuen“ gegen Abend fest. Schützenkönigin wurde mit dem 100. Schuss Regine „Gina“ Zehn (bereits 2013 und 2014 Königin), 2015 hat sie die „Kaiserin“ nur knapp verpasst. Groß die Freude auch bei Prinzgemahl Siegfried, der mit seiner Repräsentantin nun im Mittelpunkt steht.

Marie Laschet, Tochter des Brudermeisters Hans-Peter Laschet, amtierende Bezirkprinzessin und 2015 in Sief Titelträgerin, war diesmal erneut erfolgreich. Mit dem 113. Schuss konnte sie im Jubiläumsjahr wieder Schülerprinzessin werden. Der stolze Papa gratulierte dazu herzlich.

Leon Schultheis erreichte mit dem 272. Schuss den Titel Jugendprinz von Sief. Freddy Doum, Brudermeister und amtierender Bezirksschützenkönig, gelangte mit dem 169. Schuss ans Ziel, er ist der neue Bürgerkönig.

Die Proklamation wurde beim großen Festabend festgenommen, wo Brudermeister Hans-Peter Laschet zahlreiche Ehrengäste begrüßte und lobende Worte an die neuen Titelträger verteilte, sie ehrte und auszeichnete. Michael Kratzenberg bekam für 25 Jahre Zugehörigkeit bei den Siefer Schützen das silberne Verdienstkreuz verliehen. Der Jubelverein selbst nahm zwei hohe Auszeichnungen entgegen: Die Hochmeisterplakette des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften sowie die Ehrengabe des Landes Nordrhein-Westfalen.

Passender Klangkörper

Nach dem offiziellen Teil folgte der gemütliche auf dem Fuße. Aus dem benachbarten Roetgen war die Trachtenkapelle Weiß-Blau angereist: der passende Klangkörper, der mächtig Schwung in die Hütte brachte und kräftig einheizte. Da wurde so mancher Oldie gerne mitgesungen. Nach reichlich Musik und Tanz sorgte „Ne bonte Pitter“ mit seinem Vortrag für wahre Heiterkeitsstürme am laufenden Band.

Längst schon Tradition ist die Feldmesse, die am Sonntag zahlreiche Besucher und Gastvereine ins Festzelt lockte. Anschließend bewegte sich der Bezirksfestzug durch das Dorf, an dem 20 Vereine und Musikkapellen teilnahmen. Ein Blick zum düsteren Himmel am Sonntag ließ Skepsis aufkommen, aber alle gelangten trockenen Fußes ins Festzelt zurück.

Nicht zu überhören war zuvor das Böllerschießen nach bayerischer Tradition in der Wilbankstraße – ein Jubiläums-Highlight und eine ziemlich laute Angelegenheit. Sechs „Böllerschützen“ aus Breinig feuerten drei Salven in die Luft, dabei waren einige „Fehlzündungen“ nicht zu vermeiden. Aber ein Herr am Straßenrand stellte zutreffend fest: „Es ist niemand getroffen worden.“

Brudermeister Laschet sagte, die Ausnahmegenehmigung dafür sei eine Premiere für Aachen gewesen, wie die Stadtverwaltung ihm bestätigt habe. Zum Abschluss der Schützentage zogen Laschet und Schriftführer Dieter Backhaus somit eine rundum zufriedene Festbilanz.

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