Sieben Jahre Haft für „hinterhältigen” Messerangriff

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Mit einem „feigen und hinterhältigen” Messerangriff am 21. Februar in der Gaststätte Klimbim am Hansemannplatz habe Abdel E. (33) sein gleichaltriges Opfer fast getötet, stellte der Vorsitzende Richter Gerd Nohl am Mittwoch in der Urteilsbegründung fest.

Es sei einer der zahlreichen Fälle in jüngster zeit, bei denen Täter mit „unglaublicher Wucht” die Klinge eines Messers in den Körper eines Menschen stechen. „Sie nehmen dabei den Tod des Opfers billigend in Kauf”, wischte Nohl jeglichen Zweifel vom Tisch, dass es sich bei den Fällen um strafrechtliche Lappalien handeln könne. So jedenfalls sehen es des Öfteren die meist jungen Täter. Trotz eines flehentlichen Schlusswortes muss nun der in Deutschland aufgewachsene Marokkaner Abdel E. für sieben Jahre in Haft. Wegen Schulden von nur 200 Euro, die er für eine Tattoo-Arbeit auf seinem Rücken noch nicht bezahlt hatte, griff er den Freund des Tattoo-Künstlers in der Kneipe an. Denn Opfer Ingo H. hatte immer wieder lauthals sein Missvergnügen kundgetan, weil er nicht akzeptieren konnte, dass E. seine Schulden bei seinem Kumpel nicht bezahlte. Der dachte nicht daran. Als er Ingo H. sah, ging er ohne jede Vorwarnung mit dem Messer seiner Freundin - sie hatte die Waffe in der Handtasche - auf den muskulösen Ingo H. los, aus Angst, wie er dem Gericht weismachen wollte.

Ingo H. habe viel Glück gehabt, stellte Nohl fest. Denn nur weil ein Freund ihn umgehend ins Krankenhaus fuhr, überlebte das Opfer den Stich von zwölf Zentimeter Tiefe in die linke Seite des Körpers. H. verlor viel Blut, seine Niere wurde dabei verletzt. Doch auch der Täter hatte Glück. Mit seiner heimtückischen Attacke erfüllt er juristisch das Merkmal für einen versuchten Mord. Weil er jedoch von dem Opfer abließ und weglief, wertete die Kammer dies als einen „strafbefreienden Rücktritt”. So wurde er „nur” wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt.
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