Sieben gequälte Ponys auf vier Quadratmetern

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Fassungslosigkeit selbst bei den Bundespolizisten: Sie fanden sieben qualvoll eingepferchte Ponys in einem kleinen Anhänger. Die kranken Tiere sind jetzt in der Obhut des Veterinäramtes. Foto: Bundespolizei
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Vier Quadratmeter für sieben Ponys: In diesem Anhänger hatte ein 47-Jähriger die Tiere transportiert. Foto: Bundespolizei
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Die sieben Shetlandponys wurden auf einer vier Quadratmeter großen Fläche eingepfercht. Foto: Bundespolizei
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Die Tiere waren in einem extrem schlechten Zustand. Foto: Bundespolizei
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Ein Tier war so mit den Hufen verkeilt, dass es sich nicht selber befreien konnte. Foto: Bundespolizei

Aachen. Die Beamten der Bundespolizei bekommen in ihrem Arbeitsalltag schon so manches zu sehen. Was sie aber am Sonntagnachmittag zu sehen bekamen, machte sie regelrecht fassungslos, wie es in einer Pressemitteilung zu diesem Vorfall zum Ausdruck kommt.

Gegen 17 Uhr hatten Streifenbeamte an der A44 einen Kleintransporter mit Anhänger überprüft, der kurz zuvor aus Belgien eingereist war. „Als sie sich dem Fahrzeug näherten, nahmen sie klagende Tiergeräusche und Tierkotgeruch aus dem mit einer Plane verschlossenen Kleinanhänger wahr“, beschreibt Hauptkommissar Knut Paul die Situation. Auf der rund vier Quadratmeter großen Ladefläche waren sage und schreibe sieben Shetlandponys eingepfercht. Die Tiere seien in einem äußerst schlechten körperlichen Zustand gewesen, standen in ihren eigenen Exkrementen, waren weder mit Wasser noch mit Futter versorgt. Eines der Tiere habe mit den Hufen eingeklemmt am Kopfende des Anhängers gelegen – ohne Chance, sich selbst aus dieser Situation befreien zu können.

Gesteuert wurde das Fahrzeug von einem 47-jährigen Rumänen mit Wohnsitz in Belgien. Der vermeintliche Pferdebesitzer gab an, auf dem Weg nach Rumänien zu sein. In Bezug auf die Ponys konnte er den Beamten jedoch nicht nachweisen, dass er tatsächlich der Eigentümer der Tiere ist. Eine für den grenzüberschreitenden Tiertransport vorgeschriebene EU-Bescheinigung hatte er überdies nicht. Mit dabei hatte er laut Bundespolizei lediglich fünf niederländische Pferdepässe, deren Echtheit noch zu prüfen sei. Widersprüchliche Angaben habe er gemacht, als es um die Herkunft und das Ziel der Ponys ging.

Die Bundespolizisten hielten Rücksprache mit dem Veterinäramt der Städteregion, beschlagnahmten die Tiere dann samt Anhänger noch an der Autobahn und brachten die Ponys zu einer sicheren Unterkunft. „Damit war für die Tiere erst einmal das Martyrium dieses unsäglich grausamen Transportes vorbei“, heißt es weiter. Gegen den Mann sei Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutz- und Tierseuchengesetz erstattet worden. Die Mitarbeiter des Veterinäramtes kämpften auch am Dienstag gegen die Folgen der Tierquälerei, wie Holger Benend von der städteregionalen Pressestelle sagte. Die Ponys seien nach wie vor in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Eiter fließe ihnen aus der Nase, auch die Lungen seien vereitert. Blutproben seien umgehend an ein Fachlabor nach Krefeld geschickt worden – auch um zu prüfen, ob die Tiere an einer Pferdeseuche erkrankt sind. Zunächst würden sie mit Antibiotika behandelt, so Benend.

Unklar ist die Zukunft der Tiere, da bisher kein Eigentümer festgestellt werden konnte. Diesbezüglich nehme man Kontakt mit der belgischen Polizei auf. Wenn kein Eigentümer gefunden werden könne, sei man in einer schwierigen Situation. Theoretisch gebe es dann die Möglichkeit, dass die Ponys zu einem vertrauenswürdigen Pferdehalter kommen. Das sei, so Benend, derzeit aber noch rein spekulativ. Vorerst haben die gequälten Tiere zum Glück ein sicheres Zuhause gefunden.

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