Sie setzen soziales Denken in konkretes Handeln um

Von: Hans-Peter Leisten
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Gemeinsam für ein soziales Aachen: von links Petra Bauer, Boris Bongers, Gabriele Mohné, Lothar Friedrich und Hans Röllinger. Foto: Andreas Steindl

Aachen. 198 Zentimeter Gardemaß und 99 Kilogramm Lebendgewicht konnten eine leichte Verlegenheit nicht kaschieren. Boris Bongers steht grundsätzlich nicht so gerne im Mittelpunkt - es sei denn, es geht um die gute Sache. Und so musste er Mittwochmorgen in ein ganz besonderes Rampenlicht treten.

Dessen Strahler hängen im Foyer des Hospizes am Iterbach und waren in gewisser Weise ein Vorgeschmack auf die große Illumination am 8. Juni im Krönungssaal des Rathauses. Dann bekommt Boris Bongers den Preis „Aachen Sozial“ verliehen. Und auch wenn Bongers diesen Preis ausdrücklich  „im Namen vieler Menschen, die Hervorragendes leisten“ entgegennehmen wird, ist er zugleich Anerkennung seines persönlichen Engagements.

Bongers, der 2006 als Prinz Karneval den Menschen in Palliativstationen Freude brachte, ist stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Hospizstiftung der Städteregion. Und nicht nur wegen dieses Engagement  hat ihn der Vorstand des Vereins „Aachen Sozial“ zum elften Preisträger bestimmt.

„Es ist gar nicht so einfach, einen passenden Preisträger zu finden“, erklärte Dr. Hans Röllinger vom Vereinsvorstand. In diesem Jahr war die Aufgabe aber gleich doppelt schwer, da erstmals auch „der Jugend eine Chance“ gegeben werden sollte. Denn neben Boris Bongers wird Lena Palm mit dem Nachwuchspreis ausgezeichnet. Sie, gerade 22 Jahre jung, ist Vorsitzende des Vereins „Wadadee cares“, der sich um Kinder in Namibias kümmert. Lena Palm hat diesen Verein mit Sitz in Aachen und Wirkstätte in Afrika nach einem Schulpraktikum gegründet.

Die Arbeit hat sie damals so fasziniert – so berichtete ihre Mutter Petra Bauer  am Mittwoch stellvertretend –, dass sie beschloss, nach dem Abi am Pius-Gymnasium in dem afrikanischen  Land soziale Arbeit zu studieren. Neben den Studien investiert die junge Frau sehr viel Zeit in die Unterstützung von Kindertagesstätten, Waisenhäusern und die Versorgung der Kinder mit Nahrung. Hinzu kommt die Vermittlung von ehrenamtlichen Volontären, alleine in diesem Jahr 30 aus Aachen. Mehr als genug Gründe für den Vorstand von „Aachen Sozial“, dem neben Röllinger auch Gabriele Mohné und Lothar Friedrich angehören, ihr den neuen, mit 2000 Euro dotierten Nachwuchspreis anzutragen. Den wird sie im Rathaus auch persönlich entgegennehmen.

Im Mittelpunkt des 8. Juni sollen aber Boris Bongers und das Hospizwesen stehen, für das Aachen ein bundesweiter Impulsgeber war und ist. Mit ihren beiden Einrichtungen Haus Hörn und Hospiz am Iterbach setzt die Hospizstiftung Maßstäbe. Sie haben eine Belegungsquote von 90 Prozent. Und dennoch steht diese Zahl laut Bongers im Gegensatz zur gesellschaftlichen Anerkennung. Auch hier sieht er seine Aufgabe als Kuratoriumsmitglied. „Jedes Mal, wenn ich aus dem Hospiz gehe, stelle ich fest, dass ich keine wirklichen Probleme habe. Man lebt bewusster. Für mich ist die Sterbebegleitung zugleich ein Stück Lebensbejahung“, gab der 48-Jährige den Gästen der Preisantragung mit auf den Weg, die Auseinandersetzung mit dem Tod als Bereicherung für das eigene Leben.

„Aachen Sozial“ will helfen, diesem Gedanken- und Gefühlsansatz  zu größerer Popularität verhelfen. „Auch aus diesem Grund haben wir uns für Boris Bongers entschieden“, erklärte Mohné, die selbst auch im Kuratorium der Hospizstiftung mitarbeitet. Und selbstverständlich lässt Bongers sein Preisgeld auch auf das Konto der Stiftung fließen. Für ihn eine Ehrensache.

Weitere Hinweise im Netz:

www.aachensozial.de

www.wadadeecares.de

www.hospizstiftung-aachen.de

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