Sie machen ihren Job für die Gemeinschaft

Von: hpl
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(1) Arbeiten an Heiligabend? Diese Aachener sind am Samstagabend im Einsatz.
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(2) Arbeiten an Heiligabend? Diese Aachener sind am Samstagabend im Einsatz.
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(3) Arbeiten an Heiligabend? Diese Aachener sind am Samstagabend im Einsatz.
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(4) Arbeiten an Heiligabend? Diese Aachener sind am Samstagabend im Einsatz.
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(5) Arbeiten an Heiligabend? Diese Aachener sind am Samstagabend im Einsatz.
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(6) Arbeiten an Heiligabend? Diese Aachener sind am Samstagabend im Einsatz.

Aachen. Heiligabend. Der Tag, an dem die Menschen den Alltagsstress hinter sich lassen, verbinden alle vor allem damit, die Stunden mit der Familie und Freunden zu verbringen. Doch nicht alle können den Abend im Kreise ihrer Liebsten verbringen. Die AZ hat Aachener besucht, die beruflich im Einsatz sind, damit alle anderen unbeschwert feiern können – oder im Notfall Experten antreffen, die ihnen helfen können.

  • (1) Als neulich die nächsten Dienstpläne für die Nothelfer des Deutschen Roten Kreuzes fällig wurden, hat Nayed Belayaria nicht lange gezögert. Und sich gleich freiwillig gemeldet. Nayed Belayaria ist seit einem Jahr beim Roten Kreuz angestellt. Auch Heiligabend will sie als DRK-Betreuerin für die Menschen in der städtischen Flüchtlingsunterkunft an der Turpinstraße da sein. Damit erfüllt die gebürtige Tunesierin, die seit sechs Jahren mit ihrem Mann und ihrem fünfjährigen Töchterchen in der Aachener City wohnt, auch sich selbst einen Wunsch. „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich zu bedanken, weil ich hier in Deutschland so gut aufgenommen worden bin“, sagt sie. „Und als Muslimin gönne ich meinen christlichen Mitbürgern von Herzen, dass sie Weihnachten gemeinsam mit ihren Familien verbringen.“ An Heiligabend wird die 46-Jährige eine Feier mit den derzeit 71 Flüchtlingen unter anderem aus Syrien, Irak, Afghanistan und dem Iran mitgestalten, die im ehemaligen Versorgungsamt eine Herberge gefunden haben. „Wir wollen gemeinsam kochen und backen“, erzählt sie. „Und am zweiten Weihnachtstag haben wir eine kleine Bescherung vorbereitet.“ (mh)

 

  • (2) Heiligabend zuhause? im Prinzip ja. Denn für Georg Hage ist die Musik ein Zuhause, seine Gemeinde, sein Chor, sein Orchester. Am Samstag wird der Kantor der Annakirche vier Gottesdienste musikalisch gestalten. Die Krippenfeier, den Familiengottesdienst, die Christvesper und die Christmette. „Ich kenne Weihnachten eigentlich gar nicht anders als musizierend“, sagt der 37-Jährige. Das war als Kind so, das ist als Erwachsener im Beruf nicht anders. Wobei Hage von dem „Glück“ spricht, Beruf und Hobby als eine Einheit bezeichnen zu können. An der die Familie auch ihren großen Anteil hat. Ehefrau Judith singt im Chor, der kleine Sohn Melchior wird  in die Annakirche mitgenommen. „Das ist unser Heiligabend, an Geschenken und Essen liegt mir nicht so viel“, bekennt der seit acht Jahren in Aachen als Kirchenmusiker beheimatete gebürtige Ostwestfale. Beim Blick auf das Programm der Vesper leuchten die Augen. Die Annakirche wird bis zum letzten Platz besetzt sein, Hage leitet Chor und Orchester, drei Solisten treten auf, wenn Bachs Kantate „Uns ist ein Kind geboren“ erklingt. Arbeiten an Heiligabend – für Georg Hage eine echte Freude. (alp)

 

  • (3) Zuhause ist Berthold Mühlenhöver Samstagabend nicht, aber er wird wahrscheinlich wieder einmal mitbekommen, was bei einigen anderen Menschen an Heiligabend läuft – oder besser gesagt: schief läuft. Denn der 52-Jährige tritt um 20 Uhr seine Schicht als Dienstgruppenleiter der Hauptwache im Aachener Polizeipräsidium an. Und die ganze Heilige Nacht hindurch – exakt bis 6.15 Uhr – sind der Polizeihauptkommissar und seine Kollegen für all das zuständig, was im Aachener Osten passiert. In der Regel verheißt das nichts Gutes. „Man bereitet sich schon auf besondere Situationen vor“, sagt Mühlenhöver. Schließlich häufen sich gerade an Heiligabend, wenn die Familie zusammenkommt, mitunter auch familiäre Konflikte – zumal wenn viel Alkohol im Spiel ist. „Da fragt man sich schon manchmal, warum so etwas ausgerechnet an Weihnachten, dem Fest der Liebe, geschehen muss.“ Daheim bei den Mühlenhövers sorgt der Dienst in der Heiligen Nacht derweil mitnichten für Konflikte. „Meine Frau kennt das nicht anders“, sagt der Polizeibeamte. Zu arbeiten, wenn fast alle anderen feiern, gehöre zu seinem Beruf nun einmal dazu. Und das Fest mit der ganzen Familie fällt ja nicht völlig flach. Morgen und übermorgen feiert auch Berthold Mühlenhöver Weihnachten. (os)

 

  • (4) Mike Kelleter ist am Heiligen Abend – genauso wie sein Kollege Andreas Urban – telefonisch erreichbar. Immer. Die beiden Netzcontroller sorgen in der Netzleitstelle der Stawag vor riesigen Bildschirmen mit Computerdiagrammen dafür, dass in Sachen Strom, Gas, Entwässerung, Wasser und Fernwärme alles läuft. Und falls nicht, gehen sie persönlich an die Störmeldungs-Hotline. 8000 Kilometer Leitungen, Rohre und Kanäle mit 50000 Datenmesspunkten hält die Stawag-Zentrale im Blick. 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. „Für mich ist Heiligabend ein ganz normaler Dienst, nicht zum ersten Mal. Weihnachten wird nachgefeiert“, sagt Kelleter. Sein Weihnachtswunsch: „Dass alles störungsfrei läuft – für unsere Kunden und uns.“ (re)

 

  • (5) Husten, Schnupfen, Heiserkeit – das sind noch die harmlosesten Probleme, um die sich Apotheker Christian Lücker auch in der Heiligen Nacht kümmert. Seine Elsass-Apotheke hat Notdienst – so hat es das Los unter Aachens Apothekern entschieden. „Aus Erfahrung wissen wir, dass in erster Linie Medikamente für Kinder gefragt sind: Antibiotika, Magen-Darm und Schmerzmittel sind die Hauptthemen“, sagt Lücker. Wichtig sei es aber auch, einige Milchpumpen für junge Mütter vorzuhalten. „Auch das hat die Erfahrung gezeigt“, erklärt der Apotheker. Zum Schlafen kommt er wahrscheinlich nicht, dafür gibt‘s von besonders netten Kunden schon einmal eine kleine Weihnachtsüberraschung. „Wir haben hier tatsächlich schon mal Kuchen bekommen; da fällt einem der Dienst am Heiligabend doch gleich viel leichter...“ (re)

 

  • (6) Dienst an Feiertagen gehört zum Job dazu – das wissen Sandra Alves-Senior, Katharina von Goldacker und Lisa Steinsieck. Sie arbeiten für die Katholische Stiftung Marienhospital, die eine als stellvertretende Pflegedienstleiterin im Seniorenzentrum St. Severin in Eilendorf, die beiden anderen als Ärztinnen in der Gefäßchirurgie im Marienhospital in Burtscheid. Am Samstag haben sie Bereitschaftsdienst. Zu ihrem Selbstverständnis im medizinischen und pflegerischen Bereich gehört, auch an solchen Tagen für die Menschen da zu sein. Was der Tag bringen kann? „Völlig offen“, sagen sie unisono. Aber in die Notaufnahme des Krankenhauses kämen an Heiligabend selbstverständlich nur Menschen, die wirklich Beschwerden hätten. Immerhin müssen sie nicht das eigene Magenknurren behandeln – in Eilendorf gibt es Würstchen mit Kartoffelsalat. Und der Ehemann von Lisa Steinsieck hat den Ärztinnen ein Menü versprochen. Das aufgewärmt werden kann, notfalls oder bei Notfällen. Das Trio ist entspannt, es kommt wie es kommt. Und ab morgen früh wird dann in den Familien umso besinnlicher gefeiert.

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